Freunde wichtiger als Spitzensport

Alte Landesschule Korbach vergibt  Pierre-de-Coubertin-Schulsportpreis: Roman Wegener ausgezeichnet

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Ehrenmann. Roman Wegener war überrascht als er bei seiner Abiturfeier mit dem Coubertin-Preis ausgezeichnet wurde. 

Korbach. Nach fünf Jahren hat die Alte Landesschule aus Korbach in diesem Jahr wieder den „Pierre-de-Coubertin-Schulsportpreis“ vergeben. Sie zeichnete den Korbacher Roman Wegener (18) damit aus.

Er könnte heute auf den Spuren von Golfer Bernhard Langer wandeln oder ein aufgehender Stern am deutschen Tennis- oder Leichtathletikhimmel sein. Doch der 18-jährige Korbacher zieht es vor, viele Sportarten in seiner Freizeit auszuüben, statt eine auf hohem Niveau, möglicherweise auch als Profi.

Geht da jemand mit seinem sportlichen Talent fahrlässig um oder nutzt er diese vielfältigen Fähigkeiten gerade durch dieses Verhalten optimal? Hier gehen die Meinungen bestimmt auseinander, aber Wegener weiß genau, dass er alles richtig gemacht hat. „Ich war zehn oder zwölf Jahre alt, das kam ein Angebot, hochklassig Golf zu spielen, zu der Zeit habe ich auch leistungsmäßig Tennis gespielt, doch meine Freunde waren mir immer wichtiger als der Sport und ich würde mich heute noch genauso entscheiden.“

Allein schon dieses Abwägen in so jungen Jahren zeigt, dass Wegener ein gut ausgeprägtes empathisches Empfinden besitzt. Sein Einfühlungsvermögen für andere Menschen bewies Wegener auch als Betreuer in so mancher Schulmannschaft. In dieser beratenden Rolle außerhalb des Spielfelds fühlte er sich auch sehr wohl. „Als ich noch jünger war, war ich immer sehr dankbar dafür, wenn ein älterer Schüler mir Tipps gegeben hat, wie ich etwas besser machen kann und genau das habe ich versucht, an jüngere Schüler weiterzugeben.“

Dieses große Engagement, auf und neben dem Sportplatz, haben auch seine Lehrer an der Alten Landesschule verfolgt, vor allem Diana Richter, Wegeners Tutorin im Leistungskurs Sport. Für sie war er daher ein würdiger Kandidat für den „Pierre-de-Coubertin-Schulsportpreis“ und sie schlugen ihn beim Landessportbund Hessen vor.

„Romans hat sich während seiner gesamten Schulzeit an der ALS für den Schulsport engagiert, ob im Tennis, Leichtathletik, Badminton, Handball und Basketball hat sich an Schulsportwettkämpfen „Jugend trainiert für Olympia“ teilgenommen, sagte Richter.

Vielseitiges Talent

Er besitze zudem ein außergewöhnliches sportliches Talent. Seine Sportarten seien eigentlich Tennis, Golf, Skifahren und Le Parkour, aber es gebe kaum eine Sportart, die er nicht hervorragend beherrsche. Es mache ihm viel Spaß alles zu machen, daher habe er sich auf keine Sportart festgelegt.

„Alles Neue interessiert mich. Meistens fuchs ich mich auch schnell in diese Sportart ein und bin dann relativ schnell auch relativ gut darin“, sagt der 18-Jährige.

Auch gegenüber seinen Mitschülern sei Roman stets aufgeschlossen und hilfsbereit, betonte Richter. Die Ausbildung zum Schülermentor habe er 2015 erfolgreich abgeschlossen. In dieser Funktion habe er häufig Schulmannschaften gemeinsam mit einem Lehrer betreut, dabei geholfen, Teams zusammenzustellen oder Wettkämpfe mit zu organisieren. Außerdem war er im Leistungskurs Biologie Kurssprecher.

Soziales Engagement

Zusätzlich engagiere sich Roman aber auch außerhalb der Schule für den Sport. Seit Jahren sei er in verschiedenen Vereinen (Golfclub Winterberg, TSV Korbach, TC Korbach) aktiv und habe sich in vielfältiger Weise sozial engagiert.

Das Präsidium des Landessportbundes und der Vorstand der Sportjugend Hessen beurteilten Wegeners Einsatz ähnlich positiv wie die Lehrer und bei der Abiturzeugnisvergabe vor einigen Tagen wurde dem 18-Jährigen nicht nur sein schulisches Reifezeugnis überreicht, sondern auch die Medaille und die Urkunde für den Coubertin-Preis, der an Schüler/innen eines Abschlussjahrgangs verliehen wird, die ein herausragendes sportliches und soziales Engagement während ihrer Schulzeit gezeigt haben. „Ich war in all den Jahren in sechs oder sieben verschiedenen Schulmannschaften und habe mich deshalb sehr über diesen Preis gefreut, weil er meinen Einsatz belohnt.“

Vermutlich bekommen aber gerade jene Menschen diesen Preis, die für ihr großes Engagement keine Belohnung erwarten. (r/rsm)

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