Keine Mehrheit für Alternative aus Stahl

Alte Pergola im Korbacher Stadtpark wird wieder aufgebaut

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Wird wieder aufgebaut: Die Pergola begrenzt künftig den Korbacher Stadtpark in Richtung Heerstraße. Die Kalksteine waren eingelagert worden, die Holzkonstruktion muss neu errichtet werden. Kosten: 70.000 Euro.

Alter Stein oder neuer Stahl: Die Stadtverordneten haben am Donnerstagabend ein letztes Mal über die Pergola im Korbacher Stadtpark abgestimmt. Thema waren auch die geplanten Wasserspiele.

Ein paar gemauerte Säulen, darüber eine simple Holzkonstruktion: Für Außenstehende ist es kaum nachvollziehbar, wie in den vergangenen Monaten um ein so profanes Bauwerk wie der Pergola eine so hitzig geführte Debatte entbrennen konnte: Bürger sammelten Unterschriften für den Erhalt und zogen mit Schildern und Transparenten durch die Stadt, in den Sozialen Medien im Internet kochten die Emotionen hoch.

Als Kompromiss beschlossen die Stadtverordneten im September die Pergola – wenn bautechnisch möglich – zu erhalten und an die Nordseite des Parks zu versetzen. Bereits im November war das Bauwerk abgebaut worden, die Kalksteine der Stützpfeiler wurden eingelagert. Untersuchungen hatten ergeben, dass die Pergola wieder aufgebaut werden kann.

Damit hätte das Thema beendet sein können, doch die Planer legten den Stadtverordneten am Donnerstag auch einen Alternativvorschlag zum Wiederaufbau vor, der im Vorfeld der Sitzung den Blutdruck bei einigen Korbacher wieder steigen ließ: So hätte auch die Möglichkeit bestanden, eine neue Pergola mit einer Stahlkonstruktion zu bauen. Die Kosten beider Varianten sind annähernd gleich und liegen bei jeweils etwa 70.000 Euro.

Für die neue Varianten gab es indes wenig Zustimmung. Arno Wiegand (FDP) erklärte: „Wir haben einen Kompromiss beschlossen, den sollten wir auch umsetzen.“ Auch Kai Schumacher (FWG) sagte: „Wir stehen bei den Korbachern im Wort.“

Zu den wenigen abweichenden Stimmen gehörte Heinz Merl (CDU). Die Kalkstein-Pergola sei zu wuchtig, sagte er in einem persönlichen Statement: „Wenn wir die alte Pergola wieder aufbauen, dann erschlägt sie an dieser Stelle die ganze Umgebung. Da passt die filigrane Stahlkonstruktion besser.“

Unterschiedliche Positionen gab es auch in der SPD. Während sich Helmut Schmidt klar für die alte Pergola aussprach, sagte sein Fraktionsvorsitzender Henrik Ludwig: „Persönlich finde ich keine Pergola am schönsten.“ Sein Fazit der öffentlichen Debatte der letzten Monate: „Ich hoffe, dass sich die Korbacher in Zukunft auch für wichtige Dinge so engagieren.“

Mit großer Mehrheit entschieden sich die Stadtverordneten schließlich für den Wiederaufbau der alten Kalkstein-Pergola, zwei Stimmen gab es aus der CDU für die Stahl-Variante.

Vorerst keine Wasserspiele im Korbacher Stadtpark

Zweiter Punkt, über den die Stadtverordneten am Donnerstag abstimmten: Im nördlichen Teil des Stadtparks direkt angrenzend an den Teich ist ein Aufenthaltsbereich mit Sitzgelegenheiten und Spielmöglichkeiten geplant.

Idee war, dort ein Wasserspiel mit fünf Fontänen zu installieren. Inklusive Brunnenstube, Ver- und Entsorgungsleitungen wären so Mehrkosten von 135.000 Euro entstanden – die jährlichen Unterhaltungskosten liegen laut Bauamtsleiter bei 5000 bis 7000 Euro.

Doch mit der Corona-Krise drohen der Stadt erhebliche Einnahmeausfälle. Die Stadtverordneten sprachen sich deshalb mehrheitlich dafür aus, auf die Wasserspiele vorerst zu verzichten, aber bereits die technischen Voraussetzungen wie Leerrohre zu schaffen. Kai Schumacher (FWG): „Wir sollten auf kleiner Flamme kochen.“ Lediglich die Grünen votierten für die Wasserspiele

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