Haftstrafe für Trunkenbold · Beleidigung, Diebstahl, Widerstand,Sachbeschädigung

„Alter Bekannter“ kommt hinter Gitter

Korbach - Elf Monate lang muss ein Korbacher hinter Gitter. Der Grund: Er hatte in den vergangenen Monaten fünf Straftaten begangen, obwohl noch zwei Bewährungsstrafen über ihm schwebten. Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling sah keine andere Möglichkeit, als den Mann ins Gefängnis zu schicken. Weitere Klagen beim Landgericht in Kassel sind anhängig, bereits in der Vergangenheit war der 38-Jährige immer wieder aufgefallen.

„Sein Grundproblem ist der Alkohol“, brachte es der Verteidiger in seinem Plädoyer auf den Punkt. Denn egal ob Straßenverkehr, Diebstahl oder Beleidigung - immer waren erhebliche Mengen Alkohol im Spiel. Der Verurteilte sah seinen Alkoholmissbrauch ein und kündigte an, eine Therapie durchführen zu wollen. Doch die bloße Ankündigung reichte dem Gericht nicht.

„Wo andere einen Schnaps trinken, trinke ich die ganze Flasche“, bemühte sich der Mann um Aufrichtigkeit. Immer wieder verführe ihn der Alkohol zu unüberlegten Handlungen. „Da kommen Sachen zum Vorschein, die ich selbst nicht für möglich halte“, ließ er sich ein. An die vorgeworfenen Taten hatte er nur spärliche Erinnerungen. Das Gericht sah aber, nachdem es mehrere Zeugen gehört hatte, die Anklage der Staatsanwaltschaft als erwiesen an. Demnach war dem Selbstständigen im März diesen Jahres ein potenzieller Kunde in Willingen abgesprungen. Die Reaktion des Geschäftsmannes: Durst auf Kirschrum. Allerdings bezahlte er diesen in einem Usselner Getränkemarkt nicht, sondern steckte ihn einfach ein. Wenige Minuten später wanderten ein Geschäft weiter sogar CDs, Wurst und Playmobil in seine Taschen. Der Diebstahl flog auf.

Am Abend wollte der Mann seine Freundin in Korbach besuchen. Allerdings kam es hier zum Streit. Der stark Alkoholisierte wehrte sich mit Händen und Füßen gegen eine Polizeistreife, schimpfte wild und ließ sich kaum auf die Wache bringen. Vier Polizisten waren nötig, um den Korbacher, der mehr als zwei Promille Alkohol im Blut hatte, zu bändigen.

Damit nicht genug: In den folgenden Wochen schlug er nach weiteren Streitereien zweimal die Scheibe einer Haustür des Mehrfamilienhauses ein - wieder alkoholisiert. Damit dürfte nun für elf Monate am Stück Schluss sein. Er sei „ein alter Bekannter“, berichteten die Polizisten vor Gericht.(den)

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