Ober-Enser Jugendortsbeirat will Konstruktion restaurieren

Altes Wasserrad soll sich weiterdrehen

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Korbach - Oberense - Damit es auch künftig kräftig klappert: Die Mitglieder des Ober-Enser Jugendortsbeirats wollen das Wasserrad an der Drift restaurieren. Das Gremium feiert außerdem in diesem Jahr den fünften Geburtstag.

Idyllisch klappert es am rauschenden Bachlauf der Drift vor sich hin, doch das Ober-Enser Wasserrad ist mittlerweile sichtbar in die Jahre gekommen. Dabei ist die historisch anmutende Kons­truktion aus Holz und Blech noch gar nicht so alt: Erst seit 1991 dreht es sich unweit der Burgruine. Der frühere Bürgermeister und Zimmerer Wilhelm Zimmermann habe das Mühlrad 1982 für die Kulisse der Korbacher Freilichtbühne gebaut, verrät der Ober-Enser Heinz Graf. Nach der Theatersaison dümpelte es knapp zehn Jahre auf dem städtischen Bauhof, erst dann fand es eine neue Heimat an der Drift.

Strom für Straßenlampe

Unter der Anleitung von Jürgen Pfingst, der Fachlehrer im Metallbereich an einer Berufsschule ist, wollen die Mitglieder des Jugendortsbeirats in diesem Jahr das Wasserrad restaurieren und sogar mit neuen Funktionen versehen: Idee ist, dass das Rad künftig einen Generator antreibt. Mit dem erzeugten Strom soll eine LED-Straßenlampe am Ende der Burgstraße betrieben werden. Geplant ist auch, das Wasserrad zu überdachen. Die Jugendlichen suchen noch Sponsoren, die das Projekt finanziell oder mit Sachleistungen unterstützen.

Den Ober-Enser Jugendortsbeirat gibt es übrigens seit genau fünf Jahren: Auf Initiative von Heinz Graf kamen am 28. Dezember 2007 erstmals die Jugendlichen aus dem Ort zusammen und diskutierten über den Plan, sich mehr ins Dorfleben einzubringen, am 8. Januar 2008 wurde das Gremium dann offiziell aus der Taufe gehoben.

Während andernorts ähnlichen Gruppen nur eine kurze Lebensdauer beschieden war, fand sich in Ober-Ense immer wieder neuer Nachwuchs: „Mit 14 Leuten haben wir angefangen, zurzeit sind es 13, davon zwei, die von Anfang an dabei sind“, sagt Graf, der den Jugendortsbeirat bis heute begleitet.

Das Programm der Jugendlichen ist vielfältig: Sie haben eine Sitzung im Korbacher Rathaus besucht, marschierten die Grenze zwischen Ober- und Nieder-Ense ab, gestalteten den Volkstrauertag oder zelteten in Oberense in der Nähe des Möhnesees. Seit 2009 - und auch in diesem Jahr wieder - feiert der Jugendortsbeirat „Knut“ mit allen Ober-Ensern - das Fest mit skandinavischem Ursprung, zu dem traditionell zum Ende der Weihnachtszeit die Christbäume geplündert und aus den Fenstern geworfen werden.

Dazu laden die Jugendlichen diesmal am Samstag, 12. Januar, ab 16 Uhr bei Schäfer-Vogel (Sandlers) hinter der Scheune ein. Für Speisen und Getränke ist gesorgt. Die alten Weihnachtsbäume sammeln die Mitglieder des Jugendortsbeirats am Samstagmorgen ab 10 Uhr kostenlos ein, die Tannen sollten bis dahin vor den Haustüren liegen. „Gegen ein kleines Trinkgeld werden wir uns nicht wehren“, sagen die Jugendlichen.

Der Jugendortsbeirat Ober-Ense trifft sich in der Regel jeden letzten Freitag im Monat um 18 Uhr im Jugendraum.

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