American Football in Korbach

Teamsport mit Köpfchen

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Szene aus einem Spiel der Aufbauliga: Die Begegnung der Korbach Goldminersgegen Marburg Mercenaries II (in Rot).   

American Football gehört in den USA zu den Top-Sportarten – Millionen Zuschauer sitzen jedes Wochenende vor den Fernsehern und in den Stadien. Aber auch in Deutschland wächst der Hype – in Korbach arbeiten die Goldminers daran.

Drei aktive Spieler aus der Umgebung – Jannis Winkler, Lukas Hoppe und Maik Kügler – haben sich vor zwei Jahren gedacht: Warum immer so weit fahren? Bestimmt gibt es auch in Korbach genügend Leute, die gern Football spielen würden. So setzten sie sich vor zwei Jahren zusammen und überlegten, wie man das am besten angehen kann. Einen eigenen Verein gründen? Oder sich einem bestehenden anschließen? Durch einige Posts bei Facebook kam dann der Kontakt zu Dennis Winkler, dem Ersten Vorsitzenden des FC International Korbach, zustande. So kam es dazu, dass sich die Goldminers Korbach dem FC Inter anschlossen.

Action pur: American Football wir mit vollem Körpereinsatz gespielt.

„Wir wollten ein Football- Team in der Region Korbach gründen und gleich eine Jugendmannschaft aufbauen“, erklärt Dennis Winkler und beschreibt die weiteren Ziele der Korbacher Footballer so: „Wir wollen uns in der Liga etablieren und weiterhin das Interesse in der Region an American Football wecken.“ Klar – der Sport sei hierzulande auch mit Vorurteilen belastet, diese gelte es, zu brechen. „Das ist nicht nur ein Haudraufsport, sondern Football wird auch mit Köpfchen gespielt“, betont Winkler.

Der Sportplatz in Helmscheid war anfangs das Spielfeld, aber dieses war nicht groß genug, um auch für den Ligabetrieb zugelassen zu werden. Deshalb haben die Footballer nach Gesprächen mit der Stadt und den Fußballern von Blau-Gelb den Paul-Zimmermann-Sportplatz in Korbach als Spielort etabliert.

Highlights: NFL-Spiele und Super Bowl gucken

Das Vereinsleben sieht zurzeit so aus: Das Seniorenteam trainiert zweimal in der Woche, die Jugend einmal. Training ist dienstags und freitags jeweils von 19 bis 21 Uhr auf dem Helmscheider Sportplatz. Das Jugendtraining findet hier mittwochs statt. Aber auch die Geselligkeit komme nicht zu kurz. So gebe es jedes Jahr einen Neujahrsempfang, außerdem sehen die Spieler regelmäßig zusammen Spiele der NFL. „Highlight war zuletzt der Super Bowl, den wir im Korbacher Kino geschaut haben“, erzählt Winkler begeistert.

Erfahrungen von den Braunschweig Lions

Zurzeit haben die Goldminers etwa 85 Mitglieder im Alter von 13 bis 46 Jahren. Es gibt zwei Gruppen von 10 und 25 Kindern – betreut durch den Kapitän der O-Line, Jens Arnold und Lennart Göbel, der schon bei den Braunschweiger Lions die Jugend trainiert hat.

„In diesem Jahr spielen wir noch in einer Aufbauliga, darin sind wir eines von vier Teams, haben also in diesem Jahr schon drei Testspiele absolviert“. Wenn alles klappt und genügend Teams zusammenkommen, möchten wir in der nächsten Saison, ab Mai 2020, in der Hessenliga (Oberliga) um Punkte spielen“, so Winkler. Allerdings gelte es dann auch, Schiedsrichter zu stellen und die Jugendabteilung zu gründen. Deshalb wolle man noch mehr Kontakt zu den Schulen aufbauen. Das nächste Event folgt übrigens im August: ein Benefizspiel zu gunsten von Menschen mit Behinderung.

Und was fasziniert die Aktiven besonders an ihrem Sport? „Das Team und der Zusammenhalt. Und dass beim Football, egal wie stark er spielt, jeder in der Mannschaft gebraucht wird. Denn Football ist ein echter Mannschaftssport – Einzelspieler kommen hier nicht voran.“

Grundsätzlich dürfe jeder mitmachen und werde gleich integriert. Die unter 18-Jährigen trainieren in der Jugend. Der Jahresbeitrag kostet 80 Euro. Hinzu kommt die Ausrüstung. Einen guten Helm gebe es ab 200 Euro, sodass für die gesamte Ausrüstung etwa 500 Euro eingeplant werden müsse. Doch Dennis Winkler betont: „Aber natürlich können wir jedem Interessierten erstmal eine Leih-ausrüstung zur Verfügung stellen.“ /Achim Rosdorff

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