Korbacher kritisiert unzureichende Busverbindungen

Anruf-Sammel-Taxi bestellt und stehengelassen wegen der Hunde

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Andy Gheorghiu mit seinen beiden Hunden Blake und Alba. Der Korbacher wünscht sich mehr Angebote im ÖPNV, auch für Hundehalter.

Korbach – Ein Ausflug an den Diemelsee ist für Andy Gheorghiu kein leichtes Unterfangen. Gerne würde er den Bus nehmen, doch am Wochenende gibt es von Korbach aus keine direkte Verbindung.

Stattdessen bestellt er ein Anruf-Sammel-Taxi (AST). Doch seine Hunde sind da nicht immer willkommen.

Gheorghiu beschwert sich bei der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) – im Auftrag des Landkreises für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig – und verweist auf sein Recht, seine Tiere befördern zu lassen. Die EWF bescheinigt ihm, dass grundsätzlich nichts dagegen spreche, dass die Hunde mitfahren – doch mehrmals wird er wegen der Tiere abgewiesen.

Andy Gheorghiu kritisiert erstens das „bescheidene Angebot“ des öffentlichen Nahverkehrs in einem Landkreis wie Waldeck-Frankenberg, der doch touristisch so attraktiv sein wolle. Zweitens fühle er sich diskriminiert. Der betreffende Taxifahrer habe zu Unrecht Vorbehalte gegen seine Hunde – die sich auch beim Treffen mit unserer Zeitung ruhig und gut erzogen verhalten. Er als Hundehalter könne einschätzen, ob die Tiere dazu geeignet sind, im Taxi mitzufahren. Sie seien schon oft mit Bus und Bahn unterwegs gewesen. Andy Gheorghiu vertraut seinen Tieren. Zuletzt sei er mit seiner Familie und den beiden Mischlingshunden in Rumänien im Urlaub gewesen. Jede Strecke hätten sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. „Ich als Halter kann es mir nicht leisten, dass die Hunde zuschnappen.“

Touristische Attraktionen schlecht zu erreichen

Aus Umweltschutzgründen verzichtet der Korbacher auf ein eigenes Auto. Die touristischen Attraktionen im Landkreis schätzt und nutzt er, so weit dies möglich ist. „Der Diemelsee ist besonders schön mit Hunden“, sagt er. Umso bedauerlicher sei es, dass die Busverbindungen zwischen dem See und der Kreisstadt unattraktiv seien.

„Die touristische Infrastruktur ist miserabel.“ Es müsse im Interesse der Stadt und des Landkreises sein, zumindest in der Ferienzeit und an den Wochenenden gute Busverbindungen zu haben.

Gheorghiu ärgert sich vor allem über die Art und Weise, wie ein Taxifahrer ihn neulich behandelt habe. Der Fahrer war aufgebracht wegen der Hunde. „Das Wenigste, was ich erwarte, ist ein vernünftiger Umgangston.“

Die „verbalen Entgleisungen“ des Fahrers seien nicht angemessen gewesen, räumten Mitarbeiter der EWF gegenüber dem Kunden im Nachhinein ein. Man habe mit dem Taxi-Unternehmen Rücksprache gehalten. Laut EWF müssen Hunde im AST-Taxi nicht grundsätzlich mitgenommen, dürfen aber auch nicht pauschal abgewiesen werden. Letztendlich entscheide der Fahrer direkt vor Ort.

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