Hessencampus stellt trägerneutrales Beratungsangebot vor, das bei der Lebensplanung helfen soll

Antworten finden

+
Wer auf der Suche nach Perspektiven ist, findet hier Hilfe: Wilma Wendel und Yvonne Bangert vom Hessencampus bieten Bildungsberatung an.Foto: Demski

Korbach - Ob Schüler nach dem Abitur, Frauen, die wieder in das Berufsleben einsteigen wollen oder Rentner auf der Suche nach Aufgaben: Die Bildungsberater beim Hessencampus wollen dabei helfen, die richten Bildungsangebote zu finden.Von theresa Demski

Marie* hatte ihr Abi in der Tasche. Sie hatte am Beruflichen Gymnasium gebüffelt, die Prüfungen bestanden und stand mit 21 Jahren nun vor der großen Frage: Wie geht es weiter? Dann hörte die junge Frau von der Bildungsberatung, die der Hessencampus anbietet. Im Juni 2014 rief sie bei Yvonne Bangert an, vereinbarte einen Termin und saß wenige Tage später in dem Büro in der Klosterstraße.

„Wir treffen keine Entscheidungen für die Menschen, die nach Rat suchen“, sagt Yvonne Bangert, „wir informieren nur über die Möglichkeiten“. Das galt auch für Marie. Die junge Frau wusste vor allem eins: Sie wollte einen Beruf im IT-Bereich erlernen. Blieb die Frage: Welcher Weg ist der geeignetste?

Berater nutzengroßes Netzwerk

Erstmal gab ihr die Bildungsberaterin den Hinweis, sich dringend bei der Agentur Ausbildungssuchend zu melden. Dann verwiesen sie die Berater an die Studienberatung der Agentur, das Berufsinformationszentrum und ein Bewerbungstraining. Dazu gab es eine Liste von möglichen Ausbildungsbetrieben. Denn genauso versteht sich das Angebot des Hessencampus: „Wir arbeiten trägerneutral“, erklärt Wilma Wendel. Und das bedeutet, dass die beiden Beraterinnern Kurse, Seminare, Weiter- und Ausbildungsmaßnahmen vieler, ganz verschiedener Bildungsanbieter im Blick haben. Schon das Netzwerks des Hessencampus ist breit, denn zu dem Bündnis gehören die Beruflichen Schulen, die Hans-Viessmann-Schule, die Kreishandwerkerschaft, die Kreisvolkshochschule, das Staatliche Schulamt, die Agentur für Arbeit und die Wirtschaftsförderung. „Aber wir vermitteln Unterstützung auch darüber hinaus“, erklärt Wilma Wendel.

Und das kam auch Marie zugute. Mit Hilfe der Beraterinnen fand sie einen Studienplatz im IT-Bereich. „Nacht acht Monaten kam sie allerdings wieder und erzählte, dass sie das Studium überfordert“, erzählt Yvonne Bangert. Hatte sie also den falschen Weg eingeschlagen? Falsche Interessen vorausgesetzt? Damals bot die Bildungsberaterin der jungen Frau einen Profilpass an. Im Rahmen von drei Beratungsgesprächen machten sie sich gemeinsam auf den Suche nach Interessen und Fähigkeiten, nach Stärken und Schwächen. „Am Ende stand fest, dass die junge Frau im IT-Bereich genau richtig aufgehoben ist“, erzählt Yvonne Bangert, „was sie überforderte, war das Heimweh.“ Wie Marie damit nun umgeht und welche Entscheidung sie trifft, bleibt immer noch ihr überlassen.

„Wir übernehmen eine Art Hebammenfunktion“, sagt Yvonne Bangert. Und Kollegin Wilma Wendel ergänzt: „So wollen wir auch keiner anderen Beratungsstelle Konkurrenz machen. Wir füllen die Lücke vor anderen Angeboten und vermitteln dann“.

Von der Ausbildungbis zur Weiterbildung

Insgesamt 18 Wochenstunden nehmen sich die beiden Mitarbeiterinnen Zeit. Das Angebot ist kostenlos und wird vom Hessencampus finanziert. „Und Zielgruppe sind natürlich nicht nur junge Menschen nach dem Schulabschluss“, sagt Wilma Wendel. Mütter etwa, die wieder in den Beruf einsteigen können, aber nicht so genau wissen wie, sind ebenso willkommen. „Frauen, die als Selbstständige ein Projekt verwirklichen wollen, vermitteln wir zum Beispiel an die Wirtschaftsförderung“, erklärt Wilma Wendel. Und manchmal reiche es schon, herauszuarbeiten, welche Fähigkeiten sich Frauen während ihrer Arbeit im Haushalt angeeignet haben. „Wir finden dann Möglichkeiten, diese Fähigkeiten auch beruflich zu nutzen“, sagt die Bildungsberaterin.

Das gilt auch für Menschen, die sich in ihrem Beruf unsicher fühlen, die frustriert sind oder der Angst vor Arbeitslosigkeit mit Weiterbildung begegnen wollen. Ob Ausbildung oder Weiterbildung: Die Beraterinnen wollen Möglichkeiten aufzeigen - im und über den Landkreis hinaus. Ihre Devise? „Bei uns steht der Mensch, der nach Rat sucht im Mittelpunkt“, sagt Wilma Wendel, „gemeinsam finden wir individuelle Lösungen.“

* Name von der Redaktion geändert.

Von Theresa Demski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare