Auszubildende aus Deutschland und Frankreich erkunden das Land der anderen

Die Arbeit des Nachbarn kennengelernt

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Lehrlingsaustausch zwischen Korbach und Marseille: Jeweils drei Wochen lernten die Auszubildenden Marco Kubb, Anis Bouchouata, Yanis Boubekeur und Patrick Schnatz (v.l.) die Kultur und die Arbeit im Nachbarland kennen.

Korbach. - Drei Wochen an der Südküste Frankreichs statt Korbach - oder eben andersherum: Auszubildende am Berufsbildungszentrum und aus Marseille haben an einem Austauschprojekt teilgenommen.

Drei Wochen lang waren Marco Kubb und Patrick Schnatz im Oktober in Marseille. Die beiden sind Auszubildende zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Jetzt bekamen sie Besuch aus Frankreich. Die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg sowie die Beruflichen Schulen Korbach und Bad Arolsen haben mit dem Pendant in Marseille, dem Lycée des Métiers René Caillié, ein Austauschprogramm für Azubis aus den Elektro- und Sanitärinnungen organisiert.

„Penibler und genauer“

„Die deutsch-französische Freundschaft spielt sich auch direkt in der Region ab“, freute sich Gerhard Brühl, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, über den Austausch. Vor allem gehe es darum, „interessante Erfahrungen und neue Erkenntnisse zu sammeln“. Und das haben die insgesamt zehn Franzosen in den vergangenen drei Wochen getan.

Yanis Boubekeur und Anis Bouchouata begleiteten Marco Kubb und Patrick Schnatz von der Firma Kalbe im Arbeitsalltag. Unterschiede in der Arbeitsweise und den Ausbildungsinhalten wurden schnell deutlich. „In Deutschland ist alles strikt durchorganisiert, in Frankreich wirkt das etwas lockerer“, findet Marco Kubb. Das sieht auch Yanis Boubekeur so, „wobei das eine nicht besser und das andere schlechter ist.“ Die Deutschen seien auf der Baustelle eben penibler und genauer.

Auch die Ausbildungsabläufe sind unterschiedlich. In Frankreich fange die Lehre häufig schon mit 14 Jahren an. Es werde viel Wert auf die schulische Bildung gelegt. Während der dreijährigen Ausbildung würden 22 Wochen im Betrieb verbracht, der Rest in der Schule. Die sei dafür aber mit einer großen Werkstatt ausgestattet.

Auch die kulturelle Seite der Region lernten die französischen Austausch-Azubis kennen. Dabei ist vor allem der Wintereinbruch hängengeblieben. Das Wetter wurde direkt zum Skifahren und zum Besuch der Skisprungschanze in Willingen genutzt.

Baguette oder Vollkornbrot

Was das Essen betrifft, waren sich die Lehrlinge auf französischer und deutscher Seite uneinig. Die einen vermissten das Baguette, die anderen freuten sich nach ihrem Frankreich-Aufenthalt auf Vollkornbrot. Überwogen haben bei allen Teilnehmern die positiven Erfahrungen. Dazu gehörte auch das bruchstückhafte Erlernen einer neuen Sprache. Vor dem Austausch gab es einen Sprachkurs, meist lief die Kommunikation aber auf Englisch „oder mit Hand und Fuß ab“, so Guido Kalbe, Inhaber der Firma Kalbe.

Der Dank von Gerhard Brühl richtete sich vor allem an die teilnehmenden Betriebe und die Berufliche Schule. Das Projekt betreuten die Lehrer Jürgen Neumeier und Markus Ebel sowie auf französischer Seite Paul Frédéric Maurin. Von der Kreishandwerkerschaft war Henrike Sachse für die Organisation verantwortlich. Neben der Firma Kalbe waren auch die Unternehmen EWF, Engelhard, Veltum, Kraft und Höhle am Austausch beteiligt.(tt)

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