Korbacher Künstlergruppe präsentiert bis 14. März Werke im Bürgerhaus

Arturs bizarre Schnittmuster

- „Schnittmuster“ zeigt das Korbacher Bürgerhaus. Die heimische Künstlergruppe „artur“ bietet in Form, Farbe und Material ein einschneidendes Erlebnis für Besucher.

Korbach. Aenne Burda und Ebenezer Butterick hätten an den künstlerischen Schneidern aus Korbach und Umgebung ihre Freude gehabt. Butterick, der Mann mit dem für deutsche Ohren kuriosen Vornamen, war ein US-amerikanischer Unternehmer und erfand vor exakt 149 Jahren das Schnittmuster. Im Zeichen von Industriealisierung und Massenware machte das Schnittmuster die modische Konfektion deutlich effizienter. Aenne Burda brachte nach dem Zeiten Weltkrieg dann die Schnittmuster per „burda Moden“ in die deutschen Haushalte.

Wenn die Künstlergruppe „artur“ aus Korbach und Umgebung ein solches Thema aufgreift, dann rattern im Hintergrund natürlich kaum die Nähmaschinen für neue Frühlingsgewänder. Oder vielleicht doch ein wenig – denn Gisela Kaiser hat einen Teil ihrer Exponate tatsächlich Stoff, Nadel und Faden gewidmet. Mit Dreieck, Quadrat, Rechteck, Stoff, Papier und Wellpappe setzt die Künstlerin sehr eigenwillige modische Akzente. Ganz anders spielt Christina Behringer bei ihren „Schnittmustern“ mit Form und Farben. Sie hat dünne Kunststoffplatten in Elemente geschnitten, koloriert – und dann übereinander fixiert. Skulpturhaft wirken diese Collagen, fließen ineinander in einem bizarren Spiel aus floralen, kantigen, zackigen Strukturen. Das ist abstrakt, doch will und kann der Betrachter darin Gesichter, Gegenstände, ganze Landschaften im Kopf entstehen lassen.

Mit seinen Landschaftsaquarellen ist Dr. Manfred Dönitz von „Schnittmustern“ weit entfernt, seine Holzskulpturen hingegen sind im wahrsten Sinne des Wortes eine Wucht. Mächtig thront ein bizarres Stück Ulme aus dem Upland in der Mitte des Raumes im Bürgerhaus.Wie von Zauberhand verschmelzen die natürlichen Formen des Holzes in der Perspektive mit einem feurigen Dreiklang von Henning Drescher. Wie im Vorhof zur Hölle leuchten seine Strukturbilder, die er mit Acrylfarben, Asphaltspachtel und Sand auf Leinwand gebracht hat. Ästhetische Versatzstücke aus Holz hat derweil Roman Koksch geschaffen.

Von Nadelholz bis Buche schneidet er Holz in Perfektion auseinander, schafft damit „Schnittmuster“, die das Kunstwerk in neue Dimensionen führen. In spannender bildhafter Manier widmen sich Sabine Neuhaus, Carola Petersen und als Gast von „artur“ auch Iris Resch-Grimm dem Thema „Schnittmuster“, das im Bürgerhaus noch bis zum 14. März zu bewundern ist. (jk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare