Korbacher „Agenda“-Arbeitskreis „fairer Handel“ und „Weltladen“ beteiligen sich an der „Fairen Woche“

Auch an die Gesundheit der Produzenten denken

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Korbach - Unter dem Motto „Ich bin fairer Handel“ wollen Korbacher ab Samstag eine Woche lang für mehr Transparenz, Respekt und Gerechtigkeit im internationalen Handel eintreten.

Textilarbeiter oder Näherinnen vergiften sich an Chemikalien in den Stoffen, Landarbeiter leiden bei der Ernte unter Pestiziden auf Obst und Gemüse – nicht überall herrschen relativ hohe Umweltstandards wie in Europa. Gerade in der sogenannten Dritten Welt mit ihren Billigproduktionen und Hungerlöhnen geht Rendite oft vor Sicherheit am Arbeitsplatz. Darauf wollen Vertreter des „Agenda“-Arbeitskreises „fairer Handel“ und des „Weltladens“ am Samstag aufmerksam machen: Zum „Gesundheitstag“ der „Korbacher Hanse“ am nächsten Samstag, 20. September, wollen sie auf die Gesundheitsrisiken für die Beschäftigten etwa in den Billigfabriken aufmerksam machen und für mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel werben. Informationen am Stand Mit diesem Aktionstag beteiligen sich die Korbacher an der bundesweit laufenden 13. „Fairen Woche“, die am vorigen Freitag in Berlin offiziell eröffnet worden ist. Die „Hanse“ habe die beiden Gruppen angesprochen, berichtete Franz Harbecke gestern. Unter dem Leitmotiv „Gesundheit für alle“ wollten sie auch die Gesundheit der Hersteller von importierten Produkten ins Blickfeld rücken. Die ehrenamtlichen Mitglieder bauen deshalb am Samstag einen Stand vor dem ehemaligen Modehaus Greko in der Bahnhofstraße auf. Von 10 bis voraussichtlich 17 Uhr wollen sie dort informieren und Flyer verteilen. Dabei soll es aber auch generell um den „fairen Handel“ gehen. In verschiedenen Körben sollen Produkte mit dem Siegel „Fair Trade“ ausgestellt werden, die von der großen Bandbreite zeugen: Ob Kaffee, Kakao, Zucker, Süßwaren, Textilien, Bälle, Wein, Honig, Reis, Säfte, Tee oder Gewürze – allein im vorigen Jahr wurden 71 000 Tonnen nach Deutschland verkauft. Derzeit profitierten rund 1,4 Millionen Bauern aus 70 Ländern vom fairen Handel, weil sie endlich Preise erhalten, von denen ihre Familie auch leben kann. Ähnliches fordern die Vertreter auch für Textilarbeiter – Entwicklungshilfeminister Dr. Gerd Müller hat erst am Montag angekündigt, ein neues Gütesiegel für Produzenten zu schaffen. Außerdem ist ein Rätsel geplant: In den Körben sei etwas versteckt, sagt Harbecke. Aus ihren Entdeckungen können Teilnehmer ein Lösungswort bilden.Als Belohnung gibt‘s eine fair gehandelte Banane, die unter dem Motto „Mach krumme Dinger zur gerechneten Sache“ am Freitag, 26. September, im Mittelpunkt der Aktion „Banana Fairday“ steht. Dazu gibt‘s Papp-Bananen, die Kunden ihren Lebensmittelhändlern zukommen lassen sollen – als Aufforderung, ebenfalls fair gehandeltes Obst anzubieten. Auch die nach einem Vortrag im Frühjahr gestartete „Schokoladenaktion“ werde fortgesetzt, kündigt Harbecke an: Die Korbacher sammeln Unterschriften, um die Hersteller zu bewegen, fair gehandelten Kakao zu beziehen – 500 seien schon zusammengekommen. Und schließlich gibt es am Stand auch jede Menge Produkte aus fairem Handel zu kaufen. Auch in der nächsten Woche bleibt das Thema im Blick: Im „Corvita“-Bistro am Obermarkt würden alle Tagesgerichte ab Montag mit möglichst vielen Produkten aus fairem Handel zubereitet, kündigt Linda Schmid an. Anregungen liefert ein Rezeptheft, das zur 13. „Fairen Woche“ erschienen ist. Genießern bieten sich neue Geschmacksentdeckungen. Wer kennt zum Beispiel die einst bedeutende Kulturpflanze Quinua? Das Team wolle aus der Getreidesorte Quinua-Pasta mit Erdnuss-Sauce zubereiten, kündigt Schmid an. Auch die in der arabischen Welt beliebten Falaffel würden in einer anderen Geschmacksrichtung serviert. Oder es gibt eine Pfanne aus lila Reis mit Mangos und Cashewkernen. Auch Bananen-Shakes, die Nüsse der Kekse zum Tee oder Kaffee, die Dekoration und die Blumen kämen komplett aus fairem Handel, erklärt sie. „Solche Aktionen kommen sehr gut an“, betont sie, das zeige sich etwa beim „Fair-Trade-Frühstück“, das es auch in diesem Herbst wieder geben soll. Sie hofft, anderen mit den Gerichten Anregungen zu geben, selbst fair gehandelte Sachen beim Kochen zu verwenden. (r)

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