Viele Besucher beim Aktionstag im Korbacher Werkhof

Aufgemöbelt für den guten Zweck

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Dieser Sofarahmen mit floralen Schnitzereien soll einmal nach den individuellen Vorstellungen seines neuen Besitzers gepolstert werden. Über den Kauf würden sich (v. l.) Geschäftsführer Friedhelm Koch, Schreiner Christian Broß, Kalkulatorin Tanja Brosig und Polsterer Juri Bubb freuen.

Korbach - „Erste Wahl aus zweiter Hand“ - der Slogan bringt die Kernleistung des Korbacher Werkhofes auf den Punkt, sagt aber nicht alles über die angebotenen Leistungen der gemeinnützigen Gesellschaft aus.

Viele Besucher nutzten am Freitag beim Neujahrsaktionstag die Gelegenheit, in der Verkaufshalle ausgiebig zu stöbern und zu staunen, und wurden oft fündig. Bei der Suche nach einem bestimmten Stück waren die freundlichen Mitarbeiter behilflich. Zur Not setzen sie den Kundenwunsch auf eine Liste und melden sich, wenn etwa die „Massivholz-Standuhr aus der Gründerzeit“ eingetroffen ist. Ob Tische, Stühle, Teppiche, auch komplette Einbauküchen oder Elektrogeräte, Bücher und Nippes - alles findet man ordentlich präsentiert in den Verkaufsräumen.

Unter den Möbeln befinden sich sowohl Antiquitäten wie alte Buffet-Küchenschränke und Möbel mit gedrechselten oder geschnitzten Zierteilen als auch moderne Wohn-, Schlaf- und Badezimmer-Ausstattungen zu günstigen Preisen. Liebhaber alter Möbel werden hier ebenso fündig wie junge Leute, die erstmals eine Wohnung ausstatten. Wer ein besonderes Geschenk sucht, findet sicher ein individuelles Stück.

Gleichzeitig unterstützt man mit dem Kauf beim Werkhof die Arbeit der „Gemeinnützigen Fördergesellschaft für Arbeit und Beschäftigung“ (GFAB) bei ihrer Aufgabe, Benachteiligte in Lohn und Brot zu bringen. Derzeit sind zwölf festangestellte Mitarbeiter beim Werkhof mit Möbelfahrten und -aufarbeitung, Gestaltung der Verkaufsräume und der Kalkulation und Verwaltung beschäftigt. Es sind Menschen mit psychischen Krankheiten, körperlichen Behinderungen und Langzeitarbeitslose, die froh sind, bei der GFAB eine sichere Beschäftigung gefunden zu haben.

Geschäftsführer Friedhelm Koch freut sich über die große Resonanz des Aktionstages und erklärt: „Wir sind mit dem Besuch heute sehr zufrieden. Jeder Kauf hilft uns weiter. Der Werkhof trägt sich immerhin selbst, einen Lohnzuschuss vom Arbeitsamt erhalten wir nur für Beschäftigungsmaßnahmen.“ Schreiner, Polsterer und Lackierer nehmen alte Schätzchen entgegen und arbeiten sie zu echten Hinguckern auf. Die angebotenen restaurierten Stücke stammen aus Schenkungen oder Wohnungsauflösungen. Denn neben der Aufarbeitung von Möbeln übernimmt der Werkhof die Auflösung von Haushalten, führt Umzüge durch und holt und bringt Möbel. Auch Auftragsarbeiten nimmt die Schreinerei und Polsterei entgegen, restauriert nach Kundenwunsch und rettet so manches durchgesessene Sofa vor dem Sperrmüll.

Damit die Restaurationskosten für keine böse Überraschung sorgen, berät Tanja Brosig aus der kaufmännischen Abteilung und kalkuliert den Preis vorher. Dann kann der Kunde immer noch zwischen einem günstigen Velours- und einem teureren Lederbezug entscheiden.

Den Werkhof der GFAB gibt es seit 1996. Das Arbeitsamt, das Korbacher Jobcenter, der Landeswohlfahrtverband und einige Privatleute setzten sich für die Gründung ein. Seit 2011 sind die Werkstätten zusammengelegt an einem Standort, in der Straße „An der Kuhbach“.

Von Ute Germann-Gysen

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