Aktionstag im Korbacher Stadtkrankenhaus im bundesweiten Darmkrebs-Monat März

Aufklärung ist das A und O

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Chefarzt Dr. Arved-Winfried Schneider und die Endoskopie-Schwestern Jennifer Jatzko und Elena Heller informierten die Besucher im begehbaren Darmmodell.

Korbach - Vorsorge, Diagnostik und Therapie des Darmkrebses standen im Blickpunkt des Aktionstages im Korbacher Stadtkrankenhaus. Zahlreiche Besucher interessierten sich für die medizinischen Hinweise.

„Viele Patienten schreckt eine Darmspiegelung immer noch ab. Obwohl mittlerweile vor allem durch die technischen Innovationen kein Grund mehr dafür besteht“, erklärte Endoskopie-Schwester Gabriele Grebe-Schultheis. Das Korbacher Stadtkrankenhaus versuche, die modernste Technik vor Ort anzubieten. „Durch die Darmkapsel, eine kleine Kamera, die der Patient schluckt, sowie durch das neue Endoskop, haben wir viel bessere Möglichkeiten der Diagnostik“, ergänzte sie. Auch die Vorbereitung für eine Darmspiegelung sei heute kaum noch aufwendig. Der Aktionstag bot viele Informationsstände und Fachleute, die den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite standen. Auch Führungen durch die Endoskopie und Vorträge von Chirurgen und Internisten am Abend rundeten den Tag ab.

Der Chefarzt der Medizinischen Klinik, Dr. Arved-Winfried Schneider, wies vor allem auch auf die Präventionsmöglichkeiten hin. Wichtig sei besonders, seinen Alkohol- und Zigarettenkonsum stark einzugrenzen, sowie auf seine Ernährung zu achten. Spätestens ab dem 50. Lebensjahr empfehle er allen, regelmäßig zur Darmvorsorgeuntersuchung zu kommen. „Der Routineeingriff dauert im besten Fall eine halbe Stunde, kann aber das Leben um viele Jahre verlängern“, betonte er.

Die Patienten hätten dabei kaum noch Nebenwirkungen zu erwarten. „Es hält sich das Gerücht, dass man durch die Untersuchung unter starken Blähungen leidet. Heutzutage ist das nicht mehr der Fall“, so der Chefarzt, „denn wir nutzen anstelle von Stickstoff Kohlenstoffdioxid, welches einfach über die Lunge ausgeatmet werden kann und nicht mehr zu Blähungen führt.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Termine für eine Darmspiegelung biete das Krankenhaus jederzeit an, dafür genüge ein Telefonanruf. Zunächst erwarte den Patienten ein Aufklärungsgespräch und bei einem weiteren Termin dann die Untersuchung.

Informationstafeln und Aufklärungsfilme standen bei einer Reise durch das Darmmodell bereit, das im 3. Obergeschoss zu finden war. Besonders authentisch waren die Geräusche, die den Besucher auf dem Weg durch den Darm begleiteten.

Gleich nebenan informierten Beraterinnen des Krankenhauses und der Deutschen ILCO, ­einer Selbsthilfevereinigung von Stomaträgern, über das sensible Thema künstliche Darmausgänge. Für die Gespräche stand ein separater Raum zur Verfügung. „Unsere Selbsthilfegruppe ist seit 25 Jahren in Korbach aktiv. Ich selbst bin Mitglied seit 1991 und leite die Gruppe zusammen mit Otto Grebe seit fünf Jahren“, sagte Helga Drebes. Die Gruppe treffe sich jeden dritten Donnerstag von 15 bis 17 Uhr im ­Altstadtcafé (Am Steinhaus 3). „Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe, von der wir alle in der Gruppe profitieren“, so Helga Drebes weiter.

Für viele im Umkreis sei die Darmkrebsvorsorge wichtig, dennoch müsse daran gearbeitet werden, das Schamgefühl zu überwinden, erläuterte Chefarzt Dr. Arved-Winfried Schneider: „Wir wollen durch die bundesweite Kampagne im Darmkrebs-Monat März das Thema mehr in den Vordergrund rücken und die Menschen aller Altersgruppen für die Vorsorge sensibilisieren.“

Von Jennifer Strube und Jacqueline Schröder

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