"Ausnahmezustand" am 29. Mai auf der Freilichtbühne 

Auftritt beim Hessentag: Kabarettist Florian Schroeder im Interview

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Der sieht böse aus: Kabarettist Florian Schroeder wird mit seinem Programm „Ausnahmezustand“ beim Hessentag in Korbach zu sehen sein. Er geht mit Gesellschaft und Politik teilweise hart ins Gericht, verpackt seine Kritik aber in viel Witz.

Korbach Der Kabarettist Florian Schroeder aus Berlin will beim Hessentag in Korbach mit seinem Programm „Ausnahmezustand“ die Besucher unterhalten und zum Lachen bringen. Wir haben mit ihm zuvor darüber gesprochen.

Der Kabarettist Florian Schroeder aus Berlin will beim Hessentag in Korbach mit seinem Programm „Ausnahmezustand“ die Besucher unterhalten und zum Lachen bringen. Wir haben mit ihm zuvor darüber gesprochen.

Herr Schroeder, wissen Sie als Berliner überhaupt, wo Korbach liegt?

Florian Schroeder: Ich bin tatsächlich Ende der 90er-Jahre mit einem Jugendtheater mal dort gewesen und Open Air aufgetreten. Damals lebte ich in Lörrach, und bis Korbach war es eine halbe Weltreise. Wir erfuhren, dass Korbach in den Kasseler Bergen liegt, doch dann stellte sich heraus, dass es sich um eine wunderschön geschwungene Landschaft handelt. Als Schwarzwälder dachte ich: Wenn das Berge sind, dann ist der Bodensee ein Weltmeer.

Ich erinnere mich an Ruinen, zwischen denen wir auftraten.

Das war wahrscheinlich die Freilichtbühne. Was haben Sie dort gezeigt?

Schroeder: Das war ein eigenes Stück, aus Improvisationen entstanden. Thema waren die Leiden und Nöte der damals gerade Volljährigen. Ich glaube, es hieß „Walk a mile in my shoes“.

Sie haben also schon damals geübt, mit eigenen Sachen Leute zu unterhalten?

Schroeder:Ich habe sehr früh damit angefangen. Zum Beispiel habe ich mit meiner Oma „Wetten, dass?“ nachgespielt.

Ihr aktuelles Programm heißt „Ausnahmezustand“. Sind Sie sich bewusst, dass Sie beim Hessentag die Stadt Korbach und ihre Menschen im Ausnahmezustand treffen werden?

Schroeder: Es herrscht doch überall Ausnahmezustand. Das Problem ist, dass dieses Wort inflationär benutzt wird. Wo auch immer zwei Leute besoffen umfallen, spricht man gleich vom Ausnahmezustand. Es wird zum Beispiel auch von Staaten dazu benutzt, zu versuchen, den Normalzustand mit diktatorischen Mitteln wiederherzustellen.

Sie sprechen Gesellschaftskritik und politische Themen an. Sollten sich Besucher Ihres Programms vorbereiten und Nachrichten schauen?

Schroeder: Um Gottes Willen. Nein! Das wäre ja das Ende. Die Besucher sind bei mir ja nicht in einem Volkshochschulkurs. Die Leute sollen kommen und einen schönen Abend haben.

Wird das Publikum also trotz der ernsten Themen bei Ihnen etwas zu lachen haben?

Schroeder: Selbstverständlich! Komik ist Tragik in Spiegelschrift, heißt es bei Freundeskreis. Natürlich wird es viel zu lachen geben. Wir machen zwar nicht das Frühlingsfest der Comedy, aber es wird alberne Momente geben und solche, die tiefer gehen.

In einem Ihrer vorherigen Programme ging es darum, wie schwierig es ist, sich heutzutage bei vielen Auswahlmöglichkeiten zu entscheiden. Warum sollte sich das Publikum beim Hessentag ausgerechnet für Ihren Auftritt entscheiden?

Schroeder: Ich nehme an, dass das, was die anderen bieten, nicht mit meinem Angebot konkurriert. Außerdem habe ich es verdient, dass viele Zuhörer zu mir kommen. Denn beim Hessentag in Langenselbold vor einigen Jahren hatte man für meinen Auftritt ein Plakat entworfen, das aussah wie eine Todesanzeige. Jetzt können wir es wiedergutmachen. Dann wird es nämlich heißen: „In Langenselbold hat man ihn beerdigt, in Korbach ist er wieder auferstanden.“

Werden Sie Korbach und die Menschen hier aufs Korn nehmen?

Schroeder: Das kommt darauf an, ob es die Situation hergibt. Wenn auf dem Weg dorthin etwas passiert oder vor der Show, werde ich es vielleicht miteinbinden. Es muss aber authentisch rüberkommen. Was ein Kabarettist nicht machen sollte, ist, dass er so tut, als wäre er Experte dieses Ortes. Die Zuschauer würden merken: Er will sich ranschmeißen.

Florian Schroeder zeigt sein Programm „Ausnahmezustand“ beim Hessentag am Dienstag, 29. Mai, ab 20 Uhr auf der Sparkassen-Freilichtbühne. Tickets gibt es ab 25 Euro im Hessentags-Shop der Stadt Korbach, im Bürgerbüro im Rathaus sowie bei allen Vorverkaufsstellen. Außerdem im Internet: www.hessentag2018.de

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