Regel gilt zwischen 21 und 5 Uhr

Ausgangssperre in Waldeck-Frankenberg: Polizei zieht Zwischenbilanz

Start in die Nachtschicht bei der Korbacher Polizei: Frank Gerbracht (links) und Achim van der Horst gehören zu den Beamten, die bei Verstößen gegen die Ausgangssperre einschreiten.
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Start in die Nachtschicht bei der Korbacher Polizei: Frank Gerbracht (links) und Achim van der Horst gehören zu den Beamten, die bei Verstößen gegen die Ausgangssperre einschreiten.

Seit dem 21. Dezember gilt in Waldeck-Frankenberg eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Damit sollen Kontakte reduziert werden, um das Coronavirus einzudämmen. Die Polizei hat jetzt Zwischenbilanz gezogen.

Waldeck-Frankenberg - Polizei und Ordnungsbehörden überwachen die Einhaltung. Bisher ziehen sie eine vorsichtig positive Zwischenbilanz. Und sie kündigen an, dass es an Silvester verstärkte Kontrollen geben wird. Der Landkreis hat die Ausgangssperre vorerst bis zum 4. Januar verhängt.

„Die meisten Menschen sind sehr vernünftig und halten sich an die behördlichen Vorgaben“, sagt Manfred Bergener, Leiter der Polizeidienststelle in Korbach. In den ersten Tagen habe man sich darauf beschränkt, Menschen, die während der Ausgangssperre noch in der Öffentlichkeit unterwegs waren, zu ermahnen. Mittlerweile gebe es vereinzelt auch Anzeigen.

Mehrere Dutzend Kontrollen habe man in der vergangenen Woche durchgeführt. Dazu kämen noch die Kontrollen der Ordnungsämter der Städte und Gemeinden. Viele Menschen seien mit Erlaubnis unterwegs gewesen, zum Beispiel auf der Fahrt zur Arbeitsstelle. Andere seien unbedacht durch die Fußgängerzone geschlendert, eine Gruppe Jugendlicher aus verschiedenen Haushalten wurde gemeinsam in einem Auto ohne plausiblen Grund auf dem Parkplatz eines Discounters erwischt.

Regelung gilt auch für Auswärtige

In Korbach wurden Jugendliche vom Ordnungsamt zweimal an einem Abend im öffentlichen Raum entdeckt – offenbar eine private Geburtstagsfeier. Auch Besucher aus anderen Landkreisen wurden angehalten, die die Verordnungen im Landkreis Waldeck-Frankenberg nicht kannten. Polizeisprecher Jörg Dämmer stellt klar: Auch für Einwohner anderer Landkreise gilt die nächtliche Ausgangssperre, wenn sie in Waldeck-Frankenberg unterwegs sind.

Bisher gab es keinen großen Widerspruch gegen die Kontrollen, berichtete die Polizei. Wird ein Verstoß zur Anzeige gebracht, bekommt der Beschuldigte Post von der Ordnungsbehörde des Landkreises und ihm droht im schlimmsten Fall ein Bußgeld von 100 Euro oder mehr.

Insgesamt ist offenbar während des Lockdowns und der nächtlichen Ausgangssperre die Zahl der Gewaltdelikte in der Öffentlichkeit zurückgegangen. Was das für das private Umfeld heißt, lässt sich derzeit noch nicht feststellen.

Am Silvestertag wird die Polizei mit zusätzlichen Kräften noch mehr Präsenz zeigen. Auch am letzten Tag des Jahres, an dem traditionell alle in Feierlaune sind, gilt in Waldeck-Frankenberg um 21 Uhr Ausgangssperre bis 5 Uhr morgens, Feuerwerk in öffentlichen Bereichen ist verboten.

Die Polizei und die Behörden raten auch davon ab, in Zeiten der Pandemie einen Ausflug ins Upland zum Schlittenfahren zu machen. (Von Hans Peter Osterhold)

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