Carla Friedewald aus Fürstenberg geht Moat in Kanada zur Schule

Im Ausland kann es wunderschön sein

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Die 16-jährige Carla Friedewald aus Fürstenberg startet zu einem einjährigen Schüleraustausch nach Kanada.

Lichtenfels-Fürstenberg - Kamloops, Kanada. Das ist jetzt die neue Adresse von Carla Friedewald aus Fürstenberg. Sie hat ein Teilstipendium für einen Schüleraustausch nach British Columbia erhalten – und nutzt es.

Mit ihren Eltern war die junge Fürstenbergerin 2007 zum ersten Mal in Kanada: Mit einem Wohnmobil hatte die Familie drei Wochen lang die Gegend rund um Lake Ontario erkundet und den Indian Summer erlebt.

„Seitdem dachte ich, im Ausland kann es ja wunderschön sein – und habe nach Möglichkeiten gesucht, mir einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren“, sagt die 16-Jährige, die bisher die Alte Landesschule in Korbach besuchte, und das nach ihrer Rückkehr aus Kanada auch wieder tun wird.

Vor allem im Internet suchte sie nach Informationen, fand auf weltweiser.de schließlich auch einen breit gefächerten Überblick: Ob Au-pair, work & travel bis hin zum Schüleraustausch und zu Stipendienangeboten ist dort alles aufgelistet.

„Ich habe mich dann auf Stipendien beworben, die auf mich zugeschnitten waren“, sagt die Gymnasiastin: Ihre guten schulischen Leistungen und ihr soziales Engagement in der Schule kamen bei der Schüleraustausch-Organisationen Dr. Frank Sprachen und Reisen gut an und sie erhielt von dieser Organisation ein Teil-Stipendium.

„Das heißt, das Schulgeld wird bezahlt. Meine Aufgabe ist, für das Unternehmen jeden Monat einen Bericht zu schreiben, der dann im Internet veröffentlicht wird“, erklärt Carla Friedewald.

Das Schulstipendium war an den Schuldistrikt gebunden: Damit war klar, dass die Fürstenbergerin ihr Glück für die nächsten zehn Monate in Kamloops in British Coloumbia finden wird.

Die Stadt in der Provinz British Columbia wurde 1812 als Handelsposten der Hudson’s Bay Company gegründet – die Stadt feiert 2012 ihr 200-jähriges Bestehen und da kommt die Fürstenbergerin gerade recht. Als günstiger Handelsstützpunkt war Kamloops allerdings bereits seit über 2000 Jahren Siedlungsgebiet der Secwepemc-Indianer. Inzwischen hat die Stadt im Westen Kanadas, in deren Umgebung es viele Seen gibt, knapp 85?000 Einwohner und unter den mehreren Schulen auch die „South Kamloops Secondary School“ mit 1500 Schülern. Carla Friedewald wird bei einer Gastfamilie wohnen, hat zwei Gastbrüder, von der einer so alt ist wie sie. „In der Schule kann ich vier Fächer belegen, werde Mathe, Englisch, Theater und Wissenschaften wählen – und jedes der Fächer habe ich dann jeden Schultag jeweils für zwei Schulstunden“, erklärt die 16-Jährige Unterschiede zum deutschen System. Unterricht an der weiterführenden Schule ist von 8 bis 16 Uhr, anschließend ist Sport angesagt.

Um sich den Schüleraustausch leisten zu können, hat sie in den vergangenen Jahren viel gejobbt und jeden Cent gesparrt. „Man muss etwas dafür tun, dass sich ein Traum erfüllt“, sagt sie – froh, dass ihre Eltern und die Oma hinter ihr stehen: „Als sie gemerkt haben, dass ich das wirklich will, haben sie mich unterstützt“, sagt die Fürstenbergerin. Dabei wird es auch für die Eltern nicht einfach, obwohl der Schüleraustausch durchorganisiert ist: „Nach meiner Ankunft habe ich einen Monat Kontaktverbot. Ich darf nur kurz anrufen, dass ich gut angekommen bin, dann soll Funkstille sein, damit man sich wirklich schnell einlebt“, erklärt Carla Friedewald.

Sie sieht der Anforderung aber gelassen entgegen: Auf einem Vorbereitungsseminar hat sie bereits Freundschaften mit zwei anderen Austauschschülerinnen geschlossen, die sich auf dasselbe Abenteuer einlassen wie sie: „Ich bin sicher, das kriege ich hin.“

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