Neue Ideen im Energiepflanzenanbau bei Feldtag vorgestellt

„Ausprobieren, was geht und was nicht“

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Testen die richtige Mischung im Energiepflanzenanbau (v. l.): Bruno Wolff, Tanja Müller, Jens Deutschendorf, Friedhelm Emde (Maschinenring Waldeck-Frankenberg), Dr. Christina Buhse (Projektleiterin Naturkraftregion), Friedrich Göge und Björn Staub (beide Landesbetrieb Landwirtschaft).Foto: Wilhelm Figge

Korbach - Auf dem Versuchsfeld bei Korbach stellten die Verantwortlichen Ergänzungen und Alternativen zum Mais als wichtigster Pflanze für die Biogas-produktion vor.

Hoher Ertrag, geringe Kosten: Keine andere Pflanze hat sich als so gut geeignet für die Biogaserzeugung geeignet gezeigt wie Mais - lediglich Schädlingsbefall ist bei ihm ein größeres Problem. In der Tat wird er so oft angebaut, dass er stellenweise eine problematische Monokultur ist. Er wird aber nicht nur zur Biogaserzeugung gepflanzt, gut die Hälfte der Pflanzen dient der Tierhaltung, erklärt Björn Staub vom hessischen Landesbetrieb Landwirtschaft.

Auf Versuchsfeld eingeladen

Ergänzungen und Alternativen zu Mais testet der Landkreis Waldeck-Frankenberg seit vergangenem Herbst auf einem Versuchsfeld bei Korbach, das Landwirt Bruno Wolff bearbeitet. Um der Öffentlichkeit erste Ergebnisse zu präsentieren, luden Landkreis, Landesbetrieb, Maschinenring Waldeck-Frankenberg, EWF, das Ingenieurbüro Schnittstelle Boden und Kreisbauernverband am Wochenende zu einem Feldtag ein. „Es geht darum, die Akzeptanz für Versuchsanbau und Bioenergie zu stärken“, erklärte Tanja Müller vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung. Das Publikum bestand zum Großteil aus Landwirten.

Tatsächlich sind die Pflanzen, die auf der Fläche wachsen, für sich genommen unspektakulär - „Exoten“ werden auf dem Eichhof bei Hersfeld getestet, einem Teil der „Naturkraftregion“, welche die Landkreise Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg seit 2009 bilden. Waldeck-Frankenberg ist seit 2012 Partner des Projekts.

Auf dem Feld wachsen alteingesessene Kulturpflanzen, die erst in der Mischung oder im abwechselnden Anbau - dem Zweikulturennutzungssystem - für die Biogaserzeugung interessant werden. So ergänzen Feuerbohnen Mais etwa, indem sie dem Boden Stickstoff zurückgeben. Und eine Blühpflanzenmischung aus 20 verschiedenen Arten erweist sich als hervorragender Lebensraum für Insekten - der Ertrag an Biomasse ist indes noch gering.

„Möglichkeiten ausloten“

„Wir müssen ausprobieren, was geht - und was nicht“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf. Forschung, wie viel Sonne und welche Temperaturen eine Pflanze braucht, seien da unabdinglich, so Björn Staub - der ideale Standort für jede Pflanze müsse ermittelt werden. Von der Forschung zum Einsatz ist es ein langer Weg: Björn Staub erinnerte daran, dass auch Mais aus tropischen Gebieten stammt und hochgezüchtet wurde. „In der heutigen Bioenergiepflanze stecken 50 Jahre Erfahrung“, erklärte er.

Wenn sich die alten Kulturpflanzen als nützlich erweisen, könnte dies auch zu ihrer Bewahrung beitragen, hofft Björn Staub. Was auf dem Feld angebaut wird, wird schon jetzt in der Biogasanlage Lelbach verwendet und auf seine Wirtschaftlichkeit geprüft.

Von Wilhelm Figge

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