Schicksale hinter Flüchtlingszahlen

Ausstellung „Fremde. Heimat“ in der Korbacher Kilianskirche bis 3. Oktober zu sehen

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Haben die Ausstellung „Fremde. Heimat“ eröffnet (von links): Manuela Wolske, Günther Trachte und Manfred Kreuzer.

Korbach. „Wir wollen den Menschen hinter dem Wort Flüchtling entdecken“, schildert Pfarrerin Manuela Wolske den Gedanken hinter der Wanderausstellung „Fremde. Heimat“, die bis zum 3. Oktober in der Kilianskirche zu sehen ist.

In 17 Porträts schildern Menschen, warum sie Syrien, Eritrea oder auch Ostpreußen verlassen mussten – und ob sie eine neue Heimat gefunden haben.

Qadersha Bahrah und seine Familie verließen etwa Afghanistan, weil es zu gefährlich war – und seine Töchter nicht zur Schule durften. Seine Älteste besucht fünf Jahre später ein Gymnasium. Sami Hiliani verließ aus Angst um sein Leben Syrien. 

Er berichtet vom Sprachkurs, von beruflichen Plänen – will aber nach dem Krieg zurück nach Hause. Und Alois Holdschick wurde aus dem Egerland vertrieben – die Ankunft in der neuen Heimat sei nicht leicht gewesen: Vertriebene seien als „Polacken“ beschimpft worden, seine Frau wurde dafür verachtet, einen Flüchtling zu lieben. Heute haben sie zwei Kinder, fünf Enkel und einen Urenkel.

Geschichten der Betroffenen

Zur Ausstellungseröffnung waren Betroffene eingeladen, ihre Geschichte zu erzählen. Manfred Kreuzer schilderte seine Vertreibung aus dem Sudetenland und die Ankunft im Westen: „Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam uns die Bevölkerung freundlich und hilfsbereit entgegen.“ Wichtig war, dass 16 neue Kirchen in Waldeck gebaut wurden: „In religiöser Geborgenheit war der Schmerz um die Heimat leichter zu ertragen.“

 Konzipiert hat die Wanderausstellung das Dekanat Bergstraße. „Aufgestöbert“ habe sie Angelika Goldkamp von Delta Waldeck-Frankenberg, berichtete Lydia Oswald vom Projekt „Korbach M-I-T Flüchtlingen“ der Stadtkirchengemeinde. 

Ausstellung gehört zur Interkulturellen Woche

„Fremde. Heimat“ ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr in der Kilianskirche zu sehen. Die Ausstellung gehört zur Interkulturellen Woche. Nächste Veranstaltung ist ein Filmabend zum „Tag des Flüchtlings“ am Freitag: Im Bürgerhaus wird ab 18.30 Uhr „Willkommen bei den Hartmanns“ gezeigt.

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