Großer Andrang am Weltfrauentag im Korbacher Museum

Ausstellung im Korbacher Wolfgang-Bonhage-Museum zeigt 30 starke Waldeck-Frankenberger Frauen

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Großer Andrang: Viele Korbacherinnen und Korbacher, aber auch eine Menge Gäste aus der Umgebung besuchten die Ausstellung „Starke Frauen im Landkreis Waldeck-Frankenberg“, die am Weltfrauentag eröffnet wurde.

Korbach – Das Datum war nicht zufällig gewählt: Die neue Ausstellung „Starke Frauen im Landkreis Waldeck-Frankenberg“ in Korbach, die 30 Lebensbilder von Frauen darstellt, wurde bewusst am Weltfrauentag eröffnet. Und das Wolfgang-Bonhage-Museum konnte die Massen von Gästen zur Eröffnung kaum fassen.

„Meist werden Männer zuerst genannt, wenn es um einflussreiche Persönlichkeiten geht“, sagte Beate Friedrich vom Frauenbüro des Landkreises, die die Ausstellung initiiert und mit vorbereitet hatte, und begrüßte gleichzeitig zum Internationalen Frauentag. Vieles, was heute selbstverständlich sei, habe man ähnlich mutigen Frauen wie in der Ausstellung porträtiert zu verdanken. 

Genau hundert Jahre sei es her, dass Frauen in Deutschland wählen dürften. Durch die Ausstellung solle ausgewählten Persönlichkeiten aus dem Landkreis öffentlich ein Platz der Erinnerung geschaffen werden, erklärte Friedrich. Das komme in der Öffentlichkeit ansonsten eher spärlich vor: In Waldeck-Frankenberg seien 157 Straßen nach Männern benannt und nur 16 nach Frauen.

Bürgermeister Klaus Friedrich betonte in seiner Begrüßung besonders die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den anderen Museen im Landkreis an diesem Projekt. Dr. Reinhard Kubat wies in seinem Grußwort auf die mutigen Einzelleistungen von Frauen hin, die in ihren Lebenssituationen heldenhaft durchgehalten hätten, auch wenn sonst niemand mehr da war.

Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen brachte Ziele und Inhalte der Ausstellung auf den Punkt. Alle Frauen, die in der Ausstellung dargestellt werden, hätten gemeinsam, dass sie neue Wege in ihrer Zeit gegangen seien – mit viel Mut und Ausdauer. Sie hätten Berufe ausgeübt, die damals eigentlich Männern vorbehalten waren. Vielen hätten ihre Stimmen gegen Unterdrückung, Herrschaft und Traditionen erhoben, hätten sich beispielsweise den Nazis nicht gebeugt. Andere engagierten sich in ihrem Leben für Versöhnung oder soziale Projekte.

Alle Frauen hätten in ihren Rollen Stärke bewiesen, obwohl sie schwach waren. Die Auswahl der Frauen sei bewusst getroffen worden, aber es hätten auch andere sein können. Vielleicht gebe es in ein paar Jahren eine Fortsetzung, stellte der Museumsleiter in Aussicht.

Einige der Namen in der Ausstellung sind durchaus bekannt wie die Autorin Christine Brückner und Fürstin Bathildis, die sich sozial engagierte, andere eher weniger wie Dorothea Strubberg aus der Waldeckischen Hofapotheke in Korbach oder Wilhelmine Halberstadt, die in Kassel eine „Freischule für arme Mädchen“ gründete.

Die Ausstellung im Wolfgang-Bonhage-Museum können Interessierte noch bis zum 28. April zu den üblichen Öffnungszeiten besuchen. Ab Mai gibt es die Ausstellung im Museum Frankenberg, ab Juli in Bad Arolsen und ab September in Bad Wildungen. Ab Oktober soll sie dann in Volkmarsen zu sehen sein. (os)

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