Im Korbacher Bürgerhaus

Ausstellung zur Interkulturellen Woche

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Sie organisierten Ausstellung und Fest zur Interkulturellen Woche: Vertreterinnen und Vertreter des Projekts MIT, des Arbeitskreises „Tabu Armut“, des DRK-Migrationsdienstes, des Ausländerbeirates, der Kirche, des Fachdienstes Soziale Angelegenheiten und der Moschee.

Korbach - Mit einer Ausstellungseröffnung und einem bunten Begegnungsnachmittag feierten Korbacher verschiedener Nationalitäten am Sonntagnachmittag den Beginn der Interkulturellen Woche.

Sie steht 2014 unter dem Titel „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede leben“. Nach dem ökumenischen Gottesdienst am Sonntag in der Nikolaikirche und dem anschließenden Mittagsgebet der türkisch-islamischen Gemeinde unter Imam Kadir Kinik aus Korbach und den Imamen Hasan Bayar und Patan Kahraman aus Kassel im Bürgerhaus (wir berichteten) wurde die Wanderausstellung „Trotz allem - ich lebe“ im Bürgerhaus eröffnet. Sie zeigt Bilder, die vier Flüchtlingsfrauen im Rahmen einer Kunsttherapie in Frankfurt gemalt haben. „Die Frauen stellen stellvertretend für viele bildnerisch dar, was sie in ihren Heimatländern und auf der Flucht erlebt haben - ihre Verzweiflung, aber auch ihren Mut“, erklärte Alice Lessing vom Arbeitskreis „Tabu Armut“. Die Ausstellung rückt damit den Blick auf das aktuelle Thema Flucht und Vertreibung durch Gewalt und Menschenrechtsverletzungen. Sie ist bis Sonntag, 28. September, im Bürgerhaus zu sehen - wochentags von 14 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von jeweils 12 bis 16 Uhr.

Es sei spannend, die Interkulturelle Woche zu erleben; in der Kreisstadt würden über 80 Nationalitäten leben, und jeder Mensch habe seine eigene Zuzugsgeschichte. Alle sollten eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe erhalten und nutzen. Offenheit und Vertrauen von beiden Seiten seien wichtig als Grundlage für eine friedliche und freie Gesellschaft, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich zur Ausstellungseröffnung.

Unterdessen erzählte Marlene Koch aus Bad Wildungen von ihren Erfahrungen, die sie mit fünf Flüchtlingen gemacht hat, die gegenüber von ihr eingezogen sind. „Auf einmal waren sie da“, erinnert sie sich. Sie seien ins Gespräch gekommen, und es sei klar gewesen, dass sie erst einmal Unterstützung brauchen. So habe sich ein loser Zusammenschluss von Frauen und Männern gebildet, der den Flüchtlingen die deutsche Sprache lehrt, ihnen bei Amtswegen, Arztbesuchen und dergleichen zur Seite steht. Einer der jungen Männer aus Eritrea stellte sich auch vor - in deutscher Sprache.

Im Anschluss fand ein Begegnungsnachmittag mit einem interkulturellen Programm im Bürgerhaus statt. Dimitrios Papageorgiou vom Ausländerbeirat in Korbach begrüßte die zahlreichen Gäste und erinnerte daran, dass die Idee des interkulturellen Zusammentreffens vom Beirat stamme. Er sagte, er freue sich über die Umsetzung, und betonte, wie wichtig es sei, friedlich zusammenzuleben.

Zahlreiche Kinder, Frauen und Männer aus verschiedenen Ländern gestalteten den bunten, unterhaltsamen Nachmittag. Türkischer Tee, deutscher Kaffee, griechischer Apfelkuchen, russisches Gebäck - auch das Lukullische war international. Durch das Programm führten Natalja Schens und Lydia Oswald vom Korbacher Projekt MIT: Migration, Integration, Teilhabe.

Am Freitag, 3. Oktober, lädt die Türkisch-Islamische Gemeinde von 12 bis 17 Uhr in ihre Moschee in der Gabelsberger Straße ein. Es gibt ein Eröffnungsprogramm mit Vortrag, Leckereien, offene Gottesdienste und eine Führung durch das Haus sowie eine Hüpfburg.

Von Marianne Dämmer

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