Eröffnung von „Vielfalt“ und „Der Weg zur deutschen Einheit“ am Sonntag

Ausstellung über ein „buntes Land“

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Korbach - Dass Deutschland 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ein verändertes Land ist, zeigt eine Doppelausstellung im Bonhage-Museum. Zum einen geht es um die Wende und ihre Folgen, zum anderen um die bunter werdende Gesellschaft.

„Der Weg zur deutschen Einheit“ befindet sich inmitten von „Vielfalt“. Was sinnbildlich klingt, ist im Wolfgang-Bohnhage-Museum wörtlich zu nehmen: Die beiden Ausstellungen teilen sich einen Raum, am Sonntag um 11.15 Uhr feiern sie Vernissage. Ein geschichtlicher Abriss einerseits, verschiedene Werke von 20 Künstlern anderseits: „Das sind zwei Ausstellungen, die nicht zueinander passen - auf den ersten Blick jedenfalls“, sagt Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen.

Elemente aus verschiedenen Kulturen

Bei „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“ zeigen 20 Künstler aus Korbach und Umgebung ihre Werke. Einige malen im Zeichenzirkel um Sabine Neuhaus, andere sind über das Projekt Korbach MIT (Migration, Integration, Teilhabe) der Stadtkirchengemeinde zur Ausstellung gekommen. „Damit bringt die Ausstellung Menschen zusammen, die aus Korbach stammen und welche, die zugezogen sind - oft aus dem Ostblock“, sagt Völcker-Janssen und spannt den Bogen von „Vielfalt“ zu Einheit: „Deutschland ist 25 Jahre nach der Wende ein buntes Land.“

Lydia Oswald von MIT sieht Kunst als Medium, über das sich Menschen aus verschiedenen Kulturen verständigen: „Menschen, denen Kunst es angetan hat, verstehen sich sofort.“ Ihre Kollegin Natalja Schens freut sich besonders, Künstlerinnen für die Ausstellung gewonnen zu haben, die ihre Werke sonst wahrscheinlich nie öffentlich gezeigt hätten. So finden sich bei „Vielfalt“ neben Bildern, Installationen und Fotos auch Schmuck und Grußkarten sowie Puppen von lebensecht bis traditionell.

Der Weg zur Einheit und darüber hinaus

Inmitten der bunten Ausstellung treffen Besucher auch auf 20 Poster, welche die Geschichte der Wiedervereinigung zeigen: Von der Teilung über die Jahrzehnte der Diktatur bis zur friedlichen Revolution, von den Verhandlungen über den Zusammenschluss bis zu einer „Zwischenbilanz“, die 25 Jahre später noch nicht rundum positiv ausfällt. Die Ausstellungen stellen das Auswärtige Amt und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Hintergrund

Insgesamt 20 Künstler präsentieren bei der Ausstellung „Vielfalt“ im Rahmen der interkulturellen Woche ihre Werke: Ingrid Beek (Karten), Alla Bouhays (Stoffpuppen), Hanne Döhler (Malerei), Ludmilla Felix (Malerei), Tanja Fieseler (Malerei), Irina Gebel (Glasperlenkunst), Elfriede Hankel (Malerei), Irina Hazke (Jutta-Puppen), Beate Heinemann (Malerei), Sigrid Henseling (Malerei), Maria Kondratyeva (Fotografie), Nataly Lang (Malerei), Wolfgang Müller (Raumobjekte), Sabine Neuhaus (Malerei), Erika Preuß (Malerei), Julia Schefner (Schmuck), Brigitte Steffens (Malerei), Engen Tam (Malerei), Marlies Teppe (Puppen) und Anna Wisniewski (Bild-deko). Bei der Vernissage spielen Kooshan Baheri und Laura Plett. Das Duo bietet Klavier- und Gitarrenspiel sowie Gesang.

Von Wilhelm Figge

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