Adorfer Verein K 71 feiert sein Jubiläum „50 Jahre Kaninchenzucht“

Ausstellungen mit 120 Rassekaninchen

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Nach der Siegerehrung beim Adorfer K 7 – von links Karl Müller, der ehemalige Ortsvorsteher Hans Hiemer, Wilfried Tepel, Bürgermeister Volker Becker, Andreas Mecke, Ortsvorsteher Bernd Becker und Willi Schreiber. Unten: Janik Spandehra, Marcel Spandehra und Richard Emde. Fotos: Röhrig-Weking

Diemelsee-Adorf - Sein 50-jähriges Bestehen feierte der Adorfer Kaninchenzuchtverein K 71 am Wochenende mit einer Kreisjugendjungtierschau, einer Vergleichsschau und mit Ehrungen.

Viel Geduld sei bei der Kaninchenzucht erforderlich, sagte Bürgermeister Volker Becker beim Jubiläumsfest. Er züchte zwar nicht, habe aber auch Kaninchen im Haus. Becker gratulierte zum 50-jährigen Bestehen und freute sich auf weitere gute Zusammenarbeit mit dem Verein. Auch Adorfs Ortsvorsitzender Bernd Becker und der Kreisvorsitzende des Waldeck-Frankenberger Kaninchenzuchtverbandes, Andreas Mecke, überbrachten den „Jubilaren“ ihre Glückwünsche und Geschenke.

Gründer Tepel geehrt

Anschließend ehrte Mecke das Gründungsmitglied Wilfried Tepel für seine 50-jährige Mitgliedschaft mit einer Urkunde und das Mitglied Karl Müller für dessen 40-jährige Jahre Treue mit einer Urkunde sowie der goldenen Ehrennadel.

Bei der Kreisjugendjungtierschau zeigten sieben Jungzüchter im Alter zwischen sechs und 17 Jahren ihre bis zu acht Monaten alten Jungtiere. Kreisverbands-Jugend-Jungtiermeister 2014 wurden der zehnjährige Marcel Spandehra für Kaninchen der Rasse „Alaska“ sowie der siebenjährige Janik Spandehra für Kaninchen der Rasse „Zwergwidder RA, weiß“. Beide gehren dem Adorfer KJ 71 an. - An der angeschlossenen Vergleichsschau beteiligten sich die Vereine K 132 Bad Arolsen, K 15 Korbach und W 390 Schwerte. Sieger wurde der K 71 Adorf, auf dem zweiten Platz platzierte sich der K 132 Bad Arolsen und Platz drei ging an den W 390 Schwerte. Eine Auszeichnung für den besten Rammler, Käfig Nummer 59, ein Alaska-Kaninchen, erhielt Willi Schreiber vom K 71 Adorf, die für die beste Häsin, ebenfalls ein „Alaska“, Käfig Nummer J 1, ging an Marcel Spandehra vom KJ 71. Zum besten Zeichnungstier wurde das Kaninchen der Rasse „Deutsche Riesenschecke, schwarz-weiß“, Käfig Nummer 9, von Gerd-Christian Pohlmann vom K 132 Bad Arolsen, gekürt.

Platz eins bei den „besten Zuchtgruppen der Schau“ errang Marcel Spandehra vom KJ 71 mit Kaninchen der Rasse „Alaska“. Er erhielt dafür die Landesverbands-Ehrenmedaille. Auf Platz zwei kam Gerhard Plett vom K 15 Korbach mit Kaninchen der Rasse „Hermelin RA“. Platz drei erreichte Willi Reich vom K 132 Bad Arolsen mit seinen Kaninchen der Rasse „Wiener, blau-grau“. Es folgten Willi Schreiber vom K 71 Adorf, mit „Alaska“, Janik Spandehra vom KJ 71 mit „Zwergwidder RA, weiß“, Gerd-Christian Pohlmann vom K 132 Bad Arolsen, mit Deutsche Riesenschecken, schwarz-weiß“, Wilfried Tepel, vom K 71 mit „Russen, schwarz-weiß“, Ulrich Schumacher vom W 390 Schwerte mit „Zwergwidder, wild-grau“, Edmund Müller vom W 124 Fröndenberg mit „Neuseeländer, weiß“ und Karl-Heinz Trotte vom K 132 Bad Arolsen, mit „Loh, schwarz“. Der Vorsitzende des Vereins, Willi Schreiber und sein Vize Ernst Gerhard, überreichten jeweils einen Pokal. Insgesamt haben 24 Züchter in Adorf 120 Kaninchen ausgestellt.

Die sorgfältig und mit Liebe zum Detail vorbereitete Ausstellung zur Geschichte zeigte auch informative Zeitungsberichte über den Verein aus den vergangenen 50 Jahren sowie eine große Tafel, auf der Besucher einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Kaninchenrassen erhielten. Die Besichtigung der Käfige war auch für Laien ein echter Hingucker: Da gab es die Rasse „Russe“ mit hellem Fell, dunklen Ohren und dunkler Maske, kuschelige weiße Kaninchen der Rasse „Hermelin“ oder Kaninchen mit niedlichen Hängeohren der Rasse „Zwergwidder“. Auch viele andere waren zu sehen. Sie alle wurden von den Preisrichtern bewertet auf Eigenschaften wie Körperbau, Rassemerkmale, Fell oder Pflege.

Das Gründungsmitglied Siegfried Peltzer erinnert sich daran, wie er 1962 auf Anregung eines Kollegen aus Korbach ahnungslos einige Kaninchen seines Schwiegervaters zu einer Korbacher Kaninchenzucht-Ausstellung brachte. Die Tiere wurden aber nicht bewertet, da sie nicht den Standards entsprachen, so hatten sie beispielsweise ungeschnittene Krallen. „Da hatten wir ja damals keine Ahnung von“, sagte Peltzer. Das änderte sich jedoch grundlegend, nachdem 1964 zehn Interessenten in Adorf wieder einen Kaninchenzuchtverein ins Leben riefen - siehe auch den Text unten.

Zahlreiche Preise erzielt

Seitdem erzielten die Adorfer Züchter zahlreiche Preise auf Kreis-, Landes- und sogar Bundesebene, wie Gründungsmitglied Wilfried Tepel, der mit 68 Jahren noch immer aktiv ist. Tepel wurde mit Kaninchen der Rasse „Hermelin“ sogar Europameister, als er 1980 auf einer Schau in Frankreich ausstellte.

Die Ausstellung am Wochenende war sehr gut besucht, auch für Kaffee und Kuchen, Gegrilltes und kühle Getränken war bestens gesorgt. Als Attraktion am Rande der Schau ließ der zehnjährige Jungzüchter Richard Emde aus Adorf sein Kaninchen Moritz der Rasse „Loh, schwarz“ über einen Parcours mit Hindernissen hopsen, was dem Kleintier offensichtlich großen Spaß bereitete - ebenso wie den Zuschauern.

Von Mechthild Röhrig-Weking

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