Bundesstiftung Umwelt krönt das Programm „Naturentdecker“ als UN-Dekadeprojekt

Auszeichnung für Hessenstein

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Sorgen für Leben im Programm: Andrea Garthe und Elke Hochgesand zeigen den Preis, der das Projekt „Naturentdecker“ als UN-Dekadeprojekt auszeichnet. Väter hat der Erfolg viele – wie Jugendburg, Landkreis, Kreishandwerkerschaft und NABU.

Vöhl - Ederbringhausen. - Für die Jugendburg Hessenstein scheinen sich die Auszeichnungen zu häufen: Nachdem vergangene Woche der WWF das Fledermausprojekt prämiert hatte, übergab der Landrat gestern Plakette und Urkunde, die das Konzept „Naturentdecker“ als UN-Dekadeprojekt krönen.

Mit Sieb und Pinsel im Gepäck machen sich die Kinder im Sommer vom Hessenstein aus auf den Weg in die Natur. Die meisten von ihnen verwandeln sich im Handumdrehen in kleine Entdecker, die in Bachläufen Wasserskorpione entdecken und es gar nicht erwarten können, sie unter die Lupe zu nehmen.

„Wir wollen die Kinder motivieren, selbst zu beobachten, auszuprobieren und so zu verstehen, wie wertvoll unsere Natur ist“, sagt Biologin Elke Hochgesand, die sich gemeinsam mit Andrea Garthe von April bis Oktober mit den Kindern auf den Weg zu Wasser, Wiesen und Wäldern macht.

Preis als Ansporn

Dieser Ansatz begeistert - nicht nur die Kinder, sondern auch die Jury des Projekts „UN-Dekade“. Die Aktion der Bundesstiftung Umwelt hat die biologische Vielfalt in den Fokus gerückt und zeichnet solche Projekte aus, die sich für eben deren Erhalt einsetzen. Das Programm „Naturentdecker“ trägt seit gestern nun das Prädikat „UN-Dekadeprojekt“. Landrat Reinhard Kubat brachte Urkunde, Plakette und Fahne mit zum Hessenstein. Erstellt hat das Konzept eigentlich die Naturschutzjugend (NAJU) in Hessen, deren Vorsitzender Jan Sachse nahm gestern auch den Preis entgegen: „Er ist uns ein Ansporn, Kindern und Jugendlichen auch künftig die gefährdete Artenvielfalt zu zeigen und sie für den Naturschutz zu gewinnen“, erklärte er.

Für Leben in dem Programm, das laut Jury Mensch und Natur vorbildlich ins Gespräch bringe, sorgen auf dem Hessenstein vor allem die Referentinnen Andrea Garthe und Elke Hochgesand. Sie haben das Konzept auf Schüler vom vierten bis zum sechsten Schuljahr zugeschnitten und es in realisierbare Tagesprogramme verwandelt.

15 Klassenlehrer buchten im vergangenen Jahr das Programm, das als Ausflug zu Wasser, Wiese oder Wald angeboten wird. Dort bestimmen die Kinder Pflanzen, finden Kräuter, die sie in Tees, Butter, Salben oder Farben verwandeln. Sie untersuchen Bachläufe, bauen Wasserfilter und erkunden die Kläranlage oder sie schlüpfen in die Rolle von Waldtieren und versetzen sich in ihre Situation - immer unter der fachkundigen Anleitung der Experten. „Für viele Kinder ist das eine völlig neue Erfahrung, die Natur selbst zu entdecken“, sagt Elke Hochgesand.

Hohe Nachfrage

„Vor einigen Jahren war Burg Hessenstein in einer misslichen Lage“, erinnerte schließlich Landrat Dr. Reinhard Kubat, „aber jetzt haben wir eine Jugendbildungsstätte, die sich prächtig entwickelt“. Das bestätigte dann auch Geschäftsführer Berthold Langenhorst: „Im nächsten Jahr haben wir schon so viele Buchungen für unser Naturentdecker-Programm, dass wir das Referenten-Team deutlich vergrößern müssen.“

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