Korbach

Auszubildende mit 25 000 Chefs

- Korbach (tk). 34 Auszubildende und 27 Jahrespraktikanten haben sich in diesem Jahr für eine Ausbildung in der Stadtverwaltung oder in einem der Eigenbetriebe entschieden. Bürgermeister Klaus Friedrich begrüßte sie am Mittwoch im Rathaus.

Ihre Ausbildung absolvieren die Berufsanfänger in den verschiedenen Abteilungen des Rathauses und des Bauhofs, im Stadtkrankenhaus und dem angegliederten Bildungszentrum, im städtischen Alten- und Pflegeheim „Haus am Nordwall“ sowie in den städtischen Kindergärten. Die Palette der angebotenen Berufsfelder ist breit: Verwaltungsfachangestellte, Bürokaufleute, Alten-, Gesundheits- und Krankenpfleger, Erzieher, Köche, Gärtner, medizinische Fachangestellte oder Fachkräfte für Abwassertechnik. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Die Vergütungen liegen im ersten Lehrjahr zwischen 531 und 807 Euro. In der Regel werden die Lehrstellen ein Jahr vor Ausbildungsbeginn öffentlich ausgeschrieben. Der demografische Wandel habe zu einem deutlichen Rückgang der Bewerberzahlen geführt, erläuterte Bürgermeister Klaus Friedrich. Der Wettbewerb mit anderen Lehrstellenanbietern habe sich dadurch erheblich verschärft. Als zweitgrößter Arbeitgeber am Ort beschäftigt der „Konzern Kreisstadt“ rund 900 Mitarbeiter. Nach Angaben des Bürgermeisters bieten öffentliche Verwaltung und Eigenbetriebe allerdings die meisten Lehrstellen an. 116 Azubis seien es momentan insgesamt. Dass in den vergangenen Jahren stets über den Bedarf hinaus Ausbildungsplätze angeboten wurden, zahle sich nun in Zeiten des einsetzenden Fachkräftemangels aus. Hoch qualifizierte junge Leute hätten maßgeblichen Anteil daran, dass der Wandel von der Behörde zum Dienstleistungsbetrieb erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Als Arbeitgeber nehme die Stadt insbesondere die Verantwortung wahr, durch flexible Arbeitszeitmodelle die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern, betonte Friedrich beim Begrüßungsnachmittag im Sitzungssaal des Rathauses. Unter den neuen Mitarbeitern befanden sich etwa auch Pflegeschülerinnen, die erst nach der Familienphase mit ihrer Ausbildung beginnen. Zwar übe er als Aufsichtsratsvorsitzender der gemeinnützigen Krankenhaus-GmbH oder als Leiter der Eigenbetriebe Vorgesetzten-Funktion aus, sagte Friedrich. Chefs gebe es jedoch gut 25 000, nämlich die Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt. Ruth Piro-Klein, die Leiterin des Bildungszentrums des Stadtkrankenhauses, wies auf die weiterführenden Studienangebote für Krankenpfleger hin. So bestehe die Möglichkeit, in einem dualen Studium an der „Gesundheitsakademie“ in Bad Wildungen einen speziellen Pflege-Studiengang mit Bachelor-Abschluss zu absolvieren. Im Namen des Betriebsrats des Altenheims am Nordwall hieß Christine Lenhard die Auszubildenden willkommen. Grußworte des Personalrats der Stadtverwaltung überbrachte der stellvertretende Vorsitzende Christoph Knebel.

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