Korbacher Ortsverein will künftig noch mehr für Jüngere anbieten 

AWO Korbach: Neues Konzept, aber bisher kein neuer „Chef“ in Sicht

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Hausaufgabenbetreuung der AWO an der Westwallschule in Korbach: (von links) die Grundschüler Muhamad Hussein, Zaineb Hussein, Kateralnada Al Ayoub, Betreuerin Anke Erdil und Martin Neuberger und Julian Koller. 

Korbach – Es ist eine spannende Zeit für den Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Korbach. Am 16. März findet die Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen statt, doch niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, wer die Geschicke des Vereins anschließend leiten wird.

Die bisherige Vorsitzende Heidi Stoffels hatte das Amt der Vorsitzenden kommissarisch übernommen, als ihr Vorgänger Hans-Dieter Schmalz gestorben war. Nun wird sie den Posten niederlegen. „Bislang haben wir leider noch niemanden gefunden, der das Amt übernimmt“, berichtet Schriftführerin Cornelia Gliem, die aufgrund ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als stellvertretende Vorsitzende im AWO-Kreisverband wohl auch nicht für den Chefposten beim Korbacher Ortsverein bereitsteht. „Im Moment bin ich ganz gut ausgelastet“, sagt sie.

Cornelia Gliem erinnert daran, dass sich die bundesweit agierende Arbeiterwohlfahrt vor 100 Jahren gegründet hat. „Es wäre sehr schade, wenn sich ausgerechnet im Jubiläumsjahr keiner für den Posten in Korbach findet.“ Dabei seien alle stets bemüht, die AWO zukunftsfähig zu machen und punktuell auch mehr für jüngere Menschen anzubieten. Ein neues Konzept soll dabei helfen.

„Was wir vor allem immer wieder zu hören bekommen, sind Aussagen wie: Ich wusste gar nicht, dass die AWO das macht“, berichtet Cornelia Gliem. Sie spricht diesbezüglich unter anderem von der Hausaufgabenbetreuung, die die AWO unter anderem an der Westwallschule in Korbach organisiert. Auch für die Ausrichtung der Kinder-Ferien-Spiele sind die ehrenamtlichen Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt verantwortlich.

„Wir sind nicht nur ein Verein, der sich um die Belange Älterer kümmert und sich für das Wohl von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Wir sind auch für Familien attraktiv“, sagt die AWO-Schriftführerin. Bei den Veranstaltungen und Angeboten, die für Kinder und Jugendliche sind, wolle man daher noch stärker die Eltern darüber informieren, was die AWO sonst noch macht und entsprechend auch Einladungen aussprechen. Dabei werde niemand dazu verpflichtet, AWO-Mitglied zu werden. „Ziel ist, dass sich bei unseren Treffs und Fahrten auch Familien einfinden. Wenn dies gelingt, wollen wir dort künftig noch mehr Aktionen und Programmpunkte für Kinder und Jugendliche anbieten.“

Ganz wichtig dabei sei: Die AWO wolle das bisherige Programm ergänzen. „Wir werden weiter für alle Altersgruppen Angebote haben, nur wollen wir eben mehr dafür tun, dass uns auch die Kinder und Enkelkinder unserer jetzigen Mitglieder attraktiv finden“, sagt Cornelia Gliem. 

Hintergrund: Das ist die Arbeiterwohlfahrt

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) wurde am 13. Dezember 1919 von Marie Juchacz gegründet. Sie ist ein dezentral organisierter deutscher Wohlfahrtsverband, der auf persönliche Mitgliedschaften Ehrenamtlicher in seinen Ortsvereinen aufbaut. Sie ist zudem mit rund 145 000 hauptamtlichen Mitarbeitern einer der großen Arbeitgeber in Deutschland. Ihre Hauptaufgabe ist es, sozial schlechter gestellte Menschen zu unterstützen. Heute betreut sie hauptsächlich Menschen mit Behinderungen und Senioren, betreibt aber auch Kindergärten, offene Ganztagsschulen, psychiatrische und forensische Kliniken, Einrichtungen für Ferienfreizeit und Beratungsstellen für Migranten, Asylbewerber und Menschen in Notlagen

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