Ende der Bauarbeiten am Kindergarten Schwalefeld · Tag der offenen Tür in 2013

Badelandschaft als I-Tüpfelchen

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Willingen-Schwalefeld - Teurer als gedacht ist der Anbau an den Schwalefelder Kindergarten. Vor allem ist er aber eins: fertig. Gestern feierten das Eltern, Kinder und Gäste mit Gesang und Tanz im „Kleinen Regenbogen“.

„Was lange währt, wird endlich gut“: Ortsvorsteher Wilfried Schnautz brachte auf den Punkt, was viele dachten. Endlich, ja, endlich kehrt im örtlichen Kindergarten wieder so etwas wie Normalität ein. Das freute vor allem die 25 Kinder und die fünf Erzieherinnen, die die Gäste aus Politik und Wirtschaft mit einem Lichtertanz und einem Gesangsvortrag unterhielten.

Manchmal seien die Erzieherinnen wohl „mit den Nerven am Ende“ gewesen, schätzte der Ortsvorsteher. Leiterin Beate Feuerherm nickte. Vor allem aber freute sie sich an diesem Tag über den neuen Gruppenraum im Erdgeschoss, in dem die „Waldwichtel“ unterkommen.

Im Obergeschoss steht ein Turnraum zur Verfügung, der zum Tollen und Toben benutzt werden kann. Externe Fachkräfte bieten hier zusätzlich Ergotherapie und Logopädie an. Das werde sehr gut angenommen und sei ein Alleinstellungsmerkmal des Dorfkindergartens, freute sich die Leiterin. Die Krippenkinder bleiben im „Zwergenstübchen“.Künftig wollen sich die Erzieherinnen noch mehr auf das einzelne Kind konzentrieren und es fördern, ohne es zu überfordern.

Wichtig war den Nutzern, dass eine kleine Badelandschaft (Kosten: 3000 Euro) und eine behindertengerechte Toilette berücksichtigt werden. Dank der Hilfe der Kirche, die Träger der Einrichtung ist, konnten beide Projekte realisiert werden. Bis zu zehn Kinder finden Platz in dem Wasserbassin, das auch pädagogische Zwecke erfüllen soll.

Im alten Gruppenraum hat eine Küche ihren Platz gefunden, der ehemalige Flur dient als Lagerraum. Die Gemeinde hat viele Teile des alten Fachwerkhauses sanieren lassen, insgesamt dauerten die Arbeiten rund zwei Jahre.

„Mehr Schwierigkeiten als üblich“ attestierte Bürgermeister Thomas Trachte dem Bauprojekt. „Wenn viel gebaut wird, trifft es immer irgendjemanden“, versuchte er zu relativieren. Der Bau war mit 310000 Euro fast doppelt so teuer geworden wie ursprünglich angesetzt. Entstanden sei aber eine Einrichtung, „auf die wir alle stolz sein können.“ Die Gemeinde habe „hoch gesteckte Ziele“ und wolle die Zusammenarbeit mir der Kirche vertiefen.

Denkbar sei zum Beispiel eine Betreuung am Wochenende - sprach der Bürgermeister und entschwand zur Unterzeichnung des kommunalen Schutzschirm, um die klammen Finanzen der Gemeinde mit Landeshilfe in den Griff bekommen zu können. Fehlendes Geld dürfe aber kein Argument gegen Neues sein, so der Verwaltungschef. Wie wichtig der Kindergarten für den Ort ist, machte Pfarrer Ulf Weber deutlich. „Ganz Schwalefeld hat sich hier beteiligt.“ Der „Regenbogen“ sei fester Bestandteil der Dorf- und Kirchengemeinschaft.

Das hat geschichtliche Gründe, die Ortsvorsteher Schnautz ergründete. „Hier war schon immer junges Leben“, erinnerte er an den Bau 1937 und seine spätere Nutzung. Er übergab zwei Bilder aus den Anfangsjahren, die im neuen Treppenhaus ihren Platz finden sollen.

Mit Kaffee, Kuchen und einer gefüllten Spendendose beendeten die Kindergartenkinder und ihre Gäste den Tag. Eine öffentliche Feier ist für 2013 geplant.

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