Usseln

Bankräuber gesteht Überfall im Upland

- Willingen-Usseln (bk). Ein 55-Jähriger, der in Stralsund vor Gericht steht, hat gestanden, dass er gemeinsam mit einem weiteren Täter eine Sparkassenfiliale in der Uplandgemeinde überfallen und dabei über 100.000 Euro erbeutet hat.

Bei dem Mann handelt es sich um einen vorbestraften Heizungsmonteur aus Heringsdorf (Insel Usedom). Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund am Donnerstag auf Anfrage der Waldeckischen Landeszeitung bestätigte, wird dem mutmaßlichen Bankräuber und einem ebenfalls angeklagten 31-Jährigen schwerer gemeinschaftlicher Raub vorgeworfen.

Im Einzelnen handelt es sich um Überfälle auf Sparkassenfilialen im thüringischen Schmiedefeld, in Todenbüttel (Schleswig-Holstein) und in Göhren auf der Insel Rügen. Bei den drei Taten sollen die beiden Männer etwa 390.000 Euro erbeutet haben.

Im Lauf der Verhandlung hat der 55-Jährige inzwischen weitere Straftaten zugegeben. Am Montag räumte er einen Bankraub in Marsberg-Westheim ein (Beute: rund 95.000 Euro). Am Mittwoch rückte er mit dem Geständnis heraus, im Juli 2008 gemeinsam mit einem anderen Täter – dabei handelt es sich jedoch nicht um den 31-Jährigen aus Stralsund – eine Sparkassenfiliale in Willingen überfallen zu haben. Die Beute belief sich nach seinen Worten auf mehr als 100.000 Euro. „Die Aussagen werden jetzt überprüft“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Er geht davon aus, dass dem Gericht bis Mitte nächster Woche nähere Erkenntnisse vorliegen.

Rückblende Bei der gestandenen Tat dürfte es sich um den Überfall auf die Sparkassenfiliale im Ortsteil Usseln handeln. Dort sorgten zwei bewaffnete Bankräuber am 16. Juli 2008 für Aufregung. Der damalige Tathergang: Gegen 8.20 Uhr, also nur wenige Minuten nach Öffnung der Geschäftsstelle, betraten zwei Männer das Gebäude in der Korbacher Straße. Sie trugen blaue Arbeits-Overalls, Sturmhauben und Motorradhelme. Die Täter bedrohten den damaligen Geschäftsstellenleiter und eine weitere Bankangestellte, die sich zum Zeitpunkt des Überfalls allein im Schalterraum befanden, mit ihren Pistolen. Die Angestellten folgten notgedrungen der Aufforderung, Bargeld herauszugeben, und steckten es in eine Tasche. Die genaue Höhe der erbeuteten Summe wurde damals nicht bekannt gegeben. Ein Polizeisprecher sprach von „mehreren Tausend Euro“. Die Männer flüchteten mit einem am Vortag in Soest gestohlenen Ford Mondeo in Richtung Brilon. Das Fluchtauto wurde einige Stunden später von einer Polizeistreife auf einem Parkplatz am Briloner Krankenhaus entdeckt. Die sofort eingeleitete Fahndung nach den Tätern blieb ohne Erfolg.

Wie die Deutsche Presseagentur meldet, hat der mutmaßliche Bankräuber ferner zugegeben, nach dem Überfall in Schmiedefeld die Leiche eines Mittäters im Grimnitzsee bei Joachimsthal versenkt zu haben. Der Mann soll während des Überfalls gestorben sein. „Seit Montag suchen Taucher den See in Brandenburg ab. Bisher haben sie keine Überreste der angeblich im Februar 2008 versenkten Leiche finden können“, heißt es in der dpa-Meldung.

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