60 Schüler aus Avranches für eine Woche zu Gast in Korbach

Bausteine der Freundschaft

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Ein fröhliches, zweisprachiges „Hallo“: 60 Schüler aus Avranches erkunden in der kommenden Woche Korbach, Marburg und Willingen und die deutsche Kultur. Im Februar fahren die Korbacher Gymnasiasten zum Gegenbesuch nach Frankreich.

Korbach - Vor 62 Jahren war es ein großes Wagnis, heute ist es der Beginn von engen Freundschaften und immer wieder herzliches Zusammentreffen: der Schüleraustausch zwischen Avranches und Korbach.

„Wir haben dauerhafte Brücken von hier nach dort und von dort nach hier geschlagen.“ Michel Aumont, Lehrer des französischen Lycées, sieht stolz auf die vielen Schüler, die vor ihm sitzen. Knapp 120 Gesichter blicken zu ihm auf. Es sind die Alten-Landes-Schüler der achten bis elften Klasse mit ihren Austauschpartnern, die zum offiziellen Empfang ins Korbacher Rathaus gekommen sind. Vor den Jugendlichen liegen bunte und spannende Tage. Es gilt, die Kultur des jeweils anderen zu entdecken, am Alltag teilzunehmen. „Wir werden nach Marburg und nach Willingen fahren“, erzählt Nicole Nadine Hodek, die den Austausch maßgeblich organisiert hat. Am Ende der einwöchigen Reise wartet ein Abschlussabend auf die Teilnehmer. Für die Schüler wird es aber nur ein Abschied auf Zeit. Schon Ende Februar reisen die Korbacher zum Gegenbesuch nach Avranches.

Eine Selbstverständlichkeit

„Kommt bald wieder“, ruft Gudrun Limperg den Gästen aus Avranches zu. Stellvertretend für Bürgermeister Klaus Friedrich hatte sie die etwa 60 Gäste und ihre Lehrer begrüßt. Gerade die herzliche Atmosphäre sei es, die den Austausch so besonders und sie sehr stolz mache. Der Schulaustausch war es, der vor 62 Jahren den Grundstein für die innige Freundschaft legte, die vor 50 Jahren auch zwischen den Städten besiegelt wurde. „Das weitsichtige Handeln der damaligen Schulleiter kurz nach dem Kriegsende war etwas ganz Besonderes“, merkt auch Joachim Geldmacher, stellvertretender Direktor der Alten Landesschule, an. „Und vielleicht sind ja die Austauschschüler von damals Großeltern von euch heute“, überlegt Michel Aumont.Beide Männer loben das stete Engagement, mit dem die Freundschaften weitergeführt und vertieft wurden. „Mittlerweile ist dieser Austausch schon fast eine Selbstverständlichkeit“, finden sie. Schon Charles de Gaulle hätte einen Baustein dafür gelegt, als er in Deutschland zu den Jugendlichen sagte, sie seien Kinder einer großen Nation. Mit diesem Vertrauensausspruch hätten die Menschen Brücken gebaut, die heute so tragend seien wie nie zuvor.

Über Grenzen hinweg

„Das ist auch ein gutes Zeichen für Europa“, denkt Geldmacher. „Bauen wir diese Freundschaft also weiter aus“, ermutigt auch Aumont. „Auf dass sie über die Grenzen hinweg zu einer europäischen Freundschaft wird.“„Für mich ist Deutschland wie eine zweite Heimat“, gesteht Aumont. Lehrer und Stadt wünschen den Schülern, dass die Gastfamilie für sie zu einem herzlichen Ort wird und sie enge Freundschaften wie Generationen zuvor knüpfen.

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