Eröffnung des „Best Western“-Hotelneubaus im Sommer

Bauverzögerung durch strengen Winter

Willingen - Es brodelt in der Willinger Gerüchteküche - so heftig wie lange nicht mehr. Im Fokus des Interesses steht diesmal der Neu- und Erweiterungsbau des „Best Western Hotels“.

Die einen vergleichen das größte Bauprojekt, das derzeit im Upland verwirklicht wird, mit dem Flughafen Berlin/Brandenburg und der Hamburger Elbphilharmonie. „Die Kosten steigen ins Unermessliche, und es dauert noch ewig.“ Andere haben gehört, dass die Brauhaus-Gesellschaft ein ganzes Stockwerk zusätzlich draufgesattelt hat und das Haus 3,50 Meter höher wird als ursprünglich geplant - und zwar ohne Genehmigung. „Der Gemeindevorstand hat die Sache einfach abgenickt“, schimpfen die Dritten.

Was ist dran an den Gerüchten? Die Waldeckische Landeszeitung sprach mit den Geschäftsführern Gert Göbel, Harald Brüne und Wilhelm Göbel. Sie bestätigen, dass das Unternehmen tatsächlich eine dreimonatige Bauverzögerung hinnehmen muss. Schuld daran ist der außergewöhnlich lange und strenge Winter, der den Upländern bis in den April hinein knackig kalte Temperaturen bescherte. „Aber jetzt geht es mit Riesenschritten voran“, betont Gert Göbel. Der Neubau soll um den 1. August herum eröffnet werden.

„An dem Gerücht, dass ein Stockwerk zusätzlich draufgesetzt wurde, ist nichts dran“, betonen die Geschäftsführer. „Das Bauwerk ist insgesamt nicht höher geworden. Viel-mehr ist die Firsthöhe sogar rund 1,20 Meter niedriger als genehmigt“, erklärt Wilhelm Göbel. Er weist darauf hin, dass jede Etage etwa 20 Zentimeter unter der ursprünglich geplanten Höhe geblieben ist.

Anhand der Baupläne erläutern die Geschäftsführer eine Veränderung, die sich während der Bauphase ergeben und die ihrer Vermutung nach zu dem Gerücht geführt hat: Die zwischen den Giebeln befindlichen Gauben wurden aus praktischen Erwägungen nach rechts und links durchgezogen, um Kehlen zu vermeiden, in denen sich im Winter der Schnee sammelt.

Genehmigungen beantragt

„Bei einem so großen Projekt ergeben sich beim Bau fast zwangsläufig einige Änderungen“, erläutern Gert Göbel, Wilhelm Göbel und Harald Brüne. So musste beispielsweise die Tiefgarage aus statischen Gründen gedreht werden, und ein Tonnendach wurde in ein Flachdach umgewandelt. Die Brauhaus-Gesellschaft hat die nachträglich erforderlichen Genehmigungen beantragt. Der Bauantrag liegt beim Kreisbauamt als zuständiger Bauaufsichtsbehörde vor.

Kosten: Neun Millionen

Die ursprünglich mit 7,5 Millionen Euro veranschlagten Kosten beziffert Harald Brüne auf mittlerweile neun Millionen Euro. „Die Kostensteigerung hat sich aufgrund einiger Verbesserungen ergeben, die in das Vorhaben eingeflossen sind.“

Mit dem Neubau erhöht sich die Zahl der Zimmer des „Best Western Hotels“ um 75 auf 145. Wie bereits berichtet, werden ein attraktives Restaurant, ein großzügiger Wellness- und Beautybereich und Tagungsräume eingerichtet.

Zusätzlich zum bisher geplanten Angebot soll auch ein Kinderspielbereich geschaffen werden. Angedacht ist zudem die Einrichtung von zwei Läden im Bereich zur Willinger Flaniermeile hin. Der entsprechende Baukörper ist genehmigt. „Die Nutzung muss aber auch mit der Gemeinde geklärt und genehmigt werden.“ (bk)

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