Willingen

Beethoven und das Feuer der Begeisterung

- Willingen (bk). Musikalisches Vergnügen der Extraklasse: Die Philharmonie der Nationen gastierte am Sonntag im „Sauerland Stern Hotel“.

Das Feuer der Begeisterung wurde von Prof. Justus Frantz und den jungen Musikern mit sicherer Hand entzündet, loderte hell auf und griff beim Neujahrskonzert mit Macht um sich. Es erwärmte die Herzen und die Seelen der Musikfreunde, von denen viele bereits zum Stammpublikum gehören. Seit 2005 kommt die Philharmonie der Nationen alljährlich ins Upland, eröffnete hier jetzt also bereits zum sechsten Mal ihre Neujahrstournee, die sie im Lauf dieses Monats in die großen deutschen Musikhallen und danach noch in die USA führt. Heute zum Beispiel gastiert das Orchester im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Düsseldorf, Lübeck, Stuttgart, München und Bremen stehen ebenfalls auf dem Tourneeplan, um nur einige Stationen zu nennen. Wie passt das Uplanddorf in diese Reihe? Ganz einfach: Das größte Hotel der Region bietet Justus Frantz und seinen Musikern ideale Proben- und Aufführungsbedingungen. Drei Tage lang bereiteten sich die Profis intensiv auf die Konzertreise vor. „Wir werden in diesem Haus mit besonderer Aufmerksamkeit aufgenommen. Es ist immer ein großes Erlebnis“, bedankte sich Justus Frantz bei Gastgeber Heinrich Will und seinem Team für die Gastfreundschaft. Schmunzelnd räumte der gut aufgelegte Dirigent und Pianist ein, dass die Upländer Zuhörer zugleich als „musikalische Versuchskaninchen“ dienen. Ihre Reaktion verdeutlicht, ob das Programm den Publikumsgeschmack trifft. Der begeisterte Applaus ließ daran absolut keinen Zweifel. Diesmal steht Ludwig van Beethoven im Mittelpunkt der Tournee. „Kann man ein neues Jahr schöner beginnen als mit der Größe dieser Musik?“, so Justus Frantz, der sich ebenso wie die jungen Musiker zu dem unbedingten Willen zur Zukunft, zu den Utopien und Hoffnungen bekennt, die aus Beethovens Werk sprechen. „Es ist das beste Antidepressivum.“ Der Abend gestaltete sich zu einem spannenden Musikgenuss für die knapp 400 Besucher. Sie bewunderten unbändige Spielfreude und Spontanität, erlebten musikalische Dynamik, Dramatik und Sensibilität gleichermaßen. Mit der Ouvertüre zum Trauerspiel „Coriolan“ setzte das Orchester gleich zum Auftakt des Konzerts einen aufwühlenden Akzent, ehe der Maestro am Steinway-Konzertflügel Platz nahm. Bei Beethovens 5. Klavierkonzert Es-Dur erlebten die Besucher den 65-Jährigen, dem bereits vor 40 Jahren der internationale Durchbruch als Pianist gelang, als kraftvollen Solisten, der das Orchester zugleich mit sicherer Hand und dem ihm eigenen Temperament leitete. Als Zugaben präsentierte Justus Frantz Mozarts „Rondo alla Turca“ und den langsamen Satz aus Beethovens 4. Klavierkonzert. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war Beethovens 5. Symphonie c-Moll, eines der populärsten Werke der klassischen Musik, das fulminant dargeboten wurde. Mit Beethovens Ouvertüre zum Trauerspiel „Egmont“ und einem slawischen Tanz von Dvorˇák klang das Konzert aus – auch dies ein Stück, bei dem das Feuer der Begeisterung hochschlug.Beim anschließenden Dinnerbuffet im „Sauerland Stern Hotel“ bestand Gelegenheit zur Begegnung mit den jungen Musikern aus aller Welt. Der Professor, seine Frau Ksenia und der 2005 geborene kleine Justus gaben sich ein Stelldichein im Gutshof Itterbach, wo Heinrich Will den dringenden Wunsch der Konzertbesucher verdeutlichte: „Ich hoffe, dass wir uns nächstes Jahr wiedersehen.“

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