Willingen

Der begeisterte Kunde als Maßstab

- Willingen (bk). Nicht der zufriedene, sondern der begeisterte Kunde muss Maßstab für die Arbeit der Betriebe sein – ein Ziel, an dessen Verwirklichung die Gastgeber mit Nachdruck arbeiten.

Das Thema „Tourismus“ stand im Mittelpunkt des ersten Willinger Wirtschaftsforums. Rund 100 Upländer – in erster Linie Hoteliers, Gastronomen und heimische Politiker – folgten der Einladung der Gemeinde. Sie erlebten im Besucherzentrum eine interessante Talkrunde, die von Thomas Korte (Hessischer Rundfunk) moderiert wurde. Als Gesprächspartner standen Diplom-Kaufmann Ulrich Linser (Wiesbaden), Bürgermeister Thomas Trachte, Tourismus-Manager Ernst Kesper, Ulrich Vollbracht (Verein „Aktives Willingen) sowie die Vertreter der heimischen Banken – KarlHeinz Göbel (Sparkasse Waldeck-Frankenberg), Karl Oppermann (Waldecker Bank) und Karl-Heinz Biederbeck (Kasseler Bank) – zur Verfügung. „Wohin geht die Reise 2011?“ Das fragen sich derzeit nicht nur die Gäste, sondern auch viele Gastgeber. Ulrich Linser, der ein Beratungs- und Sachverständigenbüro für das Hotel- und Gaststättengewerbe betreibt, zeigte in seinem Referat Trends und Problemfelder auf. „Es reicht nicht mehr aus, die Bedürfnisse der Gäste zu befriedigen.“ Vielmehr kommt es darauf an, Nischen zu erkennen, Alleinstellungsmerkmale der Betriebe zu entwickeln, den Gästen einen Mehrwert zu bieten, ihre Wünsche zu erfüllen und Erlebnisse zu schaffen. „Gesucht werden Angebote, die den größten Individualnutzen bringen.“ Die Hauptprobleme der mittelständischen Betriebe sieht er auf der Bilanzseite (Unterkapitalisierung, zu hohe Fremdkapitalbelastung, Abnahme der Wettbewerbsfähigkeit, wachsender Investitionsstau), bei der Marktsituation (immenses Überangebot, hoher Konkurrenzdruck, sinkende Preise) und bei der Personalkostensituation. Bürgermeister Thomas Trachte verwies darauf, dass sich die Gemeinde intensiv darum bemüht, die Rahmenbedingungen für die Betriebe ständig weiter zu verbessern. Zum Instrumentarium gehören Pflege und Ausbau der tourismusnahen Infrastruktur; produktpolitische und kommunikative sowie preis- und vertriebspolitische Maßnahmen; Aufbau von Netzwerken und Informationsbeschaffung. Das 2007 entwickelte Handlungskonzept für Tourismusmarketing wird ständig fortgeschrieben. „Unser oberstes Ziel ist es, den Qualitätstourismus zu fördern“, so der Verwaltungschef, dem daran liegt, die Übernachtungszahlen zumindest zu halten, vorzugsweise jedoch zu steigern. Sehr wichtig ist ihm dabei der Dialog mit der Wirtschaft, damit sich betriebliche Geschäftspolitik und Regionalmarketing entsprechen. Vor diesem Hintergrund fand auch das Wirtschaftsforum statt. Tourismus-Manager Ernst Kesper möchte Willingens Position als einer der führenden Mittelgebirgs-Urlaubsorte in Deutschland weiter festigen. Dazu trägt die Kombination aus Landschaft, Erholung, Erlebnis und Gastfreundschaft auf hohem Niveau bei. „Die Vielfalt an Sport- und Freizeiteinrichtungen ist einzigartig.“ Ulrich Vollbracht („Aktives Willingen“) verwies in diesem Zusammenhang auch auf das „hervorragende Angebot“, das die Vereine vorhalten. Er machte deutlich, dass aus seiner Sicht Neid zwischen den Betrieben keine große Rolle spielt. „Wenn gute Angebote da sind, kommen mehr Gäste und alle profitieren davon.“ Die Vertreter der Banken stellten heraus, dass Willingen sich als Marke bundesweit und darüber hinaus etabliert hat. Sie verstehen sich als Partner der Betriebe und würdigten den in der Uplandgemeinde herrschenden großen Unternehmergeist und die hohe Bereitschaft zur Investition.

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