Probe-Imker ziehen positive Bilanz ? Landrat Kubat bleibt den Bienen treu · Paten geben Ratschläge

Beim Imkern auf Geschmack gekommen

Vorsitzende Lena Krümmelbein, Gatte Stefan, Tochter Mathilda und die „Bienenpaten“ Karl-Friedrich Biederbick und Bruno Pelz freuen sich, dass die Probe-Imker Gerhard Hoffmann, Dr. Reinhard Kubat und Ludwig Macorlig weiter imkern wollen. Der zweite Vorsitzende Karl-Friedrich Biederbick prüft, ob die Bienen für den Winter bereit sind. Fotos: Figge

Korbach. - Beim Saisonabschluss des Imkervereins Korbach berichteten Anfänger wie Landrat Dr. Reinhard Kubat von ihren Erfahrungen.

„Ganz verschiedene Menschen beginnen mit der Imkerei, aus ganz verschiedenen Interessen“, erklärte Lena Krümmelbein, Vorsitzende des Korbacher Imkervereins. Ob aus Liebe zum Handwerk oder reiner Tierfreundschaft, Interesse am Honiggenuss oder Wellness, der Imkerverein freute sich dieses Jahr über sechs Neuzugänge, die die Bienenhaltung ausprobieren wollten. Um ihren Erlebnissen zu lauschen und zu sehen, wer weitermachen möchte, luden die Imker zum Saisonabschluss an den Lehrbienenstand. Hütte, Wege und Schilder wurden erst dieses Jahr nach langer Arbeit von „rüstigen Rentnern und emsigen Imkern“ erneuert, und mit Hilfe des Bauhofes wurde ein Kompostklo aufgestellt.

Bevor der gemütliche Erfahrungsaustausch begann, besprachen die Bienenhalter wie sie ihre Tiere am besten durch den Winter kriegen. Einer der sechs Probe-Imker war Landrat Dr. Reinhard Kubat. Nach einem Tag der offenen Tür am Lehrbienenstand hatte er sich im Mai ein Bienenvolk zugelegt. „Ich wusste nichts, aber meine Frau kommt aus einer Imkerfamilie und unterstützte die Idee sofort“, berichtete er. Auch „Bienenpate“ Bruno Pelz sei eine große Hilfe gewesen. Jedem Probe-Imker wurde ein solcher Pate zugewiesen, da selbst erfahrene Bienenhalter immer wieder überrascht werden können - wie etwa durch das späte vergangene Frühjahr.

Seine Familie widme sich der Imkerei sehr, erläuterte der Landrat. Er selbst sei eher vorsichtiger Natur und würde sich anders als viele Bekannte nicht unverschleiert an seine Bienen wagen.

Ende Juni konnte er seinen ersten Honig schleudern. „15 Kilogramm habe ich abgefüllt und das meiste voller Freude verschenkt, ich selbst bin gar kein ‚Süßer’“, erzählte Kubat. Das Imkerdasein führe aber dazu, dass er die Natur ganz anders beobachte und in jeder Blüte nach Bienen suche. Er plane, einen offiziellen Imkerkurs zu besuchen.

Aber auch die Probleme des Bienenhaltens haben vor dem Neuling nicht Halt gemacht. Seine erste Königin sei überraschend gestorben, und die zweite fiel Varroamilben zum Opfer. Pate Bruno Pelz habe seinen sonst „gelehrigen Schüler“ wegen einer Wespenfalle im Garten gerüffelt. „Mit Wespen müssen die Bienen selber klarkommen“, kritisierte der „Bienenpate“.

Schließlich habe ihn auch der Appetit der Insekten auf das Zuckerwasser, das er ihnen als Ersatz für den entnommenen Honig gegeben hat, überrascht: „Meine Bienen haben 30 Kilo Zucker weggeschlabbert“, zeigte sich Landrat Kubat erstaunt.

Der erst im August zu den Probe-Imkern gestoßene Gerhard Hoffmann und Ludwig Macorlig, der seinem Schwarm auf dem Feld begegnet war, äußerten sich ebenfalls zufrieden über ihre Erlebnisse. Auch die drei abwesenden Neulinge hätten sich stets nur begeistert gezeigt und wollten die Imkerei fortführen, berichtete Lena Krümmelbein.

Und so stimmten alle Imker mit Reinhard Kubat überein: „Wer einmal mit der Bienen- haltung anfängt, hört nicht mehr damit auf.“

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