67 000 Quadratmeter Grundstück plus Gebäude kommen unter den Hammer

Belgische Kaserne wird zwangsversteigert

Korbach - Pläne für die Belgische Kaserne in Korbach hat es in den vergangenen Jahren viele gegeben – doch nach Plan läuft auf dem Areal schon lange nichts mehr. Am 29. August kommt das ehemalige Militärgelände unter den Hammer.

Hat nun die Stunde der Schnäppchenjäger geschlagen? Gutachter haben den Verkehrswert des 67 000-Quadratmeter-Grundstücks auf 150 000 Euro festgesetzt. Allerdings: Die Gebäude sind stark sanierungsbedürftig, die Lage im Wasserschutzgebiet schränkt eine mögliche Nutzung stark ein. Viele Jahre war dort die Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises (BWF) untergebracht. Derzeitiger Eigentümer des Geländes ist die Firma AWD mit Sitz in Korbach. Das Unternehmen mit wechselnden Geschäftsführern hat indes kein glückliches Händchen mit der Vermarktung des Grundstückes bewiesen: Seit 2013 steht die Belgische Kaserne unter Zwangsverwaltung. Im Gegensatz zur Zwangsversteigerung, die jetzt ansteht, wird das Grundstück dabei nicht veräußert, sondern von einem Zwangsverwalter, den das Amtsgericht bestimmt, weiter bewirtschaftet. Der Eigentümer bleibt, die Mieteinnahmen fließen aber – nach Abzug der Bewirtschaftungskosten – direkt an die Gläubiger. Vor einem Jahr stieg auch der Oberschledorner Spediteur Dietmar Terakowski als Generalmieter in die Belgische Kaserne ein und verlegte seinen Fuhrpark aus dem Medebacher Ortsteil nach Korbach. Der Unternehmer hatte große Pläne für das weitgehend brach liegende Grundstück. Er strebe an, das Gelände zu erwerben, kündigte Terakowski damals an. So sollte eine Sortieranlage für Leergut als Dienstleister für verschiedene Brauereien entstehen. Aus dem früheren Lehrrestaurant „Isabell“ sollte ein Sammelpunkt für Lkw-Fahrer mit Gastronomie werden. Geplant hatte der Spediteur aus Oberschledorn außerdem eine Photovoltaikanlage. Aus den Plänen wurde bislang nichts. Zuletzt hatte Terakowski vor, eine Asylantenunterkunft auf dem Kasernengelände zu errichten. Ein entsprechender Antrag auf Nutzungsänderung liegt beim Bauamt des Landkreises vor. Das Problem: Das Kasernengelände liegt in der Trinkwasserschutzzone II. Dort herrscht generell Bauverbot, nur über eine Einzelfallprüfung kann das Landratsamt eine Ausnahmegenehmigung erteilen.Terakowskis Spedition TST Transport & Logistik ist unterdessen selbst in finanzielle Schieflage gerutscht: Über das Vermögen der Firma wurde bereits am 1. Juni das Insolvenzverfahren eröffnet. Interesse an der ehemaligen Kaserne hat inzwischen aber auch Hans Kurylas aus Sachsenhausen, er möchte über den Verein „AsylWelcome“ dort Flüchtlinge schulen. Von Lutz Benseler

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