Eröffnung in Korbach, Frankenberg folgt

Beratungsstelle soll Menschen mit Behinderung bei Teilhabe helfen

Helfen beim Weg ins selbstbestimmte Leben: Die beiden Beraterinnen Bianca Lache und Martina Karl (rechts). Über diesen Ausbau des Angebots für Menschen mit Behinderung freuen sich auch (von links) Jürgen Damm, Michael Doogs vom Landesvorstand des BSBH, der scheidende Korbacher Stadtrat Franz Ricke und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese.
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Helfen beim Weg ins selbstbestimmte Leben: Die beiden Beraterinnen Bianca Lache und Martina Karl (rechts). Über diesen Ausbau des Angebots für Menschen mit Behinderung freuen sich auch (von links) Jürgen Damm, Michael Doogs vom Landesvorstand des BSBH, der scheidende Korbacher Stadtrat Franz Ricke und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese.

Korbach. Trotz Behinderung mitmachen können wie jeder andere: Das verspricht das Bundesteilhabegesetz. Ein neues Angebot hilft, das Wirklichkeit werden zu lassen.

Um dabei zu helfen, das auch in der Praxis umzusetzen, wird im Landkreis das kostenlose Beratungsangebot „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“ (EUTB) eingerichtet. Die Eröffnung des Korbacher Zweiges wurde Donnerstag gefeiert, die des Frankenbergers steht später im Jahr an. Träger ist der Blinden- und Sehbehindertenbund Hessen (BSBH).

Die Beraterinnen Martina Karl und Bianca Lache sind speziell auf die Probleme von Menschen mit Sinnesbehinderung geschult – aber Personen mit anderen Einschränkungen können sich genauso bei ihnen melden. Es gehe darum, sie stark zu machen, auch im Umgang mit Behörden, erklärte Bianca Lache: „Wird sind keine Rechtsberatung, aber wir bestärken Menschen, ihr Recht auf Teilhabe zu verwirklichen.“

Die Probleme, mit denen Menschen sind an EUTB wenden können, sind vielfältig: Das reicht von ersten Anzeichen in der Schwangerschaft bis zu Fragen wie „Wie lassen sich bei Mehrfachbehinderung barrierefrei Umbauten erreichen?“, „Wie kann ein geistig Behinderter mit einem persönlichem Budget selbst Geld ausgeben?“ und „Welche Hilfe macht Studium und Beruf möglich?“. Kurzum: Alle Themen, die Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Leben erschweren, können angesprochen werden, sagt Martina Karl. Dabei will die Beratungsstelle bestehende Angebote nicht ersetzen sondern ergänzen und zu ihnen vermitteln – zur Eröffnung kamen viele künftige Partner.

Als Gastredner darunter war Oberst a.D. Jürgen Damm von der Aktion für behinderte Menschen: Im Kreis seien große Fortschritte gemacht worden, doch noch immer gebe es Barrieren in Köpfen und Herzen – als Beispiel nannte er, dass beim inklusiven Sportabzeichen noch mehr Menschen dabei sein könnten.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert die Beratung, seit Jahresanfang wurde sie aufgebaut. Sie läuft bis 2020, dann wird das Angebot evaluiert. (wf)

In Korbach öffnet das EUTB in der Tränkestraße 15 montags von 9 bis 11 Uhr, dienstags und mittwochs von 11 bis 13 Uhr, donnerstags von 14 bis 16 Uhr und Freitags von 10 bis 12 Uhr. Telefon 05631/5048728, E-Mail waldeck-frankenberg@bshb-teilhabeberatung.org. In Frankenberg wird das Büro in der Bremer Straße 4 eingerichtet.

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