Sanierung soll 2026 abgeschlossen sein - Ersatzgebäude wird gebaut

Größtes Bauprojekt des Kreises an größter Schule: 27 Mio. Euro für Berufliche Schulen

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Baustelle: Umzäunt sind die Areale, an denen Baustoffe gelagert werden.

Waldeck-Frankenberg – Das größte Bauvorhaben des Landkreises läuft derzeit an der größten Schule in Waldeck-Frankenberg: Für rund 27 Millionen Euro werden die Beruflichen Schulen in Korbach saniert.

Der erste von sechs Bauabschnitten soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Komplett fertig sein soll der Umbau im Jahr 2026.

Vor etwas mehr als einem Jahr begannen die Bauarbeiten an den Beruflichen Schulen, jetzt sind erste Ergebnisse bereits sichtbar. Typische Klassenzimmer wird es in Zukunft nicht mehr geben, stattdessen entstehen Lernlandschaften.

Musterraum: Der Kreisausschuss in einem Modell-Unterrichtsraum. Zum Flur hin wird es je ein großes Fenster geben, Türen werden nicht eingebaut.

Wie diese später aussehen werden, ist an einem Modellraum zu erkennen. Teppich und Einzeltische mit Rollen werden in den Lernräumen stehen, es gibt keine Tür, dafür ein großes Fenster in den Flur. Transparent sollen die Lernlandschaften sein. In einer ersten Abstimmung zwischen Nutzer, Landkreis und Architekt sei die Einrichtung abgestimmt worden, sagt Oswald Staub vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Landkreises. Jetzt werde noch einmal darüber diskutiert. Fest steht schon: Gegenüber der Lernlandschaften sollen stets Räume für die Lehrer entstehen, in denen sie sich vorbereiten und Gespräche führen können.

Anfang 2020 zieht Verwaltung wieder um

Ende des Jahres soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein, der die komplette Verwaltung umfasst, zwei Lernlandschaften und die Gestaltung der Innenhöfe. Mit Beginn des kommenden Jahres soll die Verwaltung dann aus dem Provisorium innerhalb der Schule in die neuen Räume umziehen.

Die Entkernung wird dann fortgesetzt. Alle Wände – bis auf die Tragenden – werden entfernt, neue Räume entstehen. Im zweiten Bauabschnitt sind das unter anderem weitere Lernlandschaften und die Cafeteria. Die Bauzeit wird bei zwölf bis 15 Monaten liegen.

Mustertoilette: Bereits vor einem Jahr wurde eine Mädchentoilette umgebaut. Christine Möller vom Kreisausschuss schaut sich diese an.

Bereits vor einem Jahr wurde eine Modelltoilette für Mädchen eingerichtet. Auffällig: Der Raum sieht deutlich schicker aus als typische Schultoiletten. Mit der gestiegenen Wertigkeit solle der Respekt vor dem Eigentum anderer steigen, sagt Oswald Staub. Die Erfahrungen damit seien bisher sehr gut.

Saniert wird bei laufendem Schulbetrieb, die Baustellenabschnitte sind aber streng abgegrenzt von den genutzten Schulbereichen, damit sich Bauarbeiter und Schüler gegenseitig nicht im Weg sind, so Staub.

Noch in diesem Jahr wird wahrscheinlich die zweigeschossige Fassade kommen, die Dachdichtung ist beauftragt, ebenso die komplette technische Gebäudeausstattung, die unter anderem Heizung, Elektronik und Lüftung umfasst, sagt Ingenieur Staub.

Mit Beginn des zweiten Bauabschnitts steht dann auch wieder eine Änderung an, die regelmäßig vorgenommen werden muss: Die Anpassung der Fluchtwege und der aktuellen Pläne für die Feuerwehr. Je nach Stand der Bauarbeiten müssen diese Pläne regelmäßig neu verfasst werden.

Rund 27 Millionen Euro wird die aufwändige Sanierung der Beruflichen Schulen kosten, 13 Millionen davon stammen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes Hessen. Und bisher, so sagt Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, sei man nicht nur im Zeit-, sondern auch im Kostenrahmen.

Ersatzgebäude ab nächstem Jahr

Der Standort der Beruflichen Schulen an der Klosterstraße wird aufgegeben, verkauft wurden die Gebäude bereits an die Firma Fisseler aus Korbach. Bis Dezember 2022 muss die Schule dort ausgezogen sein, ab 2023 soll dann ein Ersatzneubau genutzt werden.

Dieser wird direkt neben den Beruflichen Schulen an der Kasseler Straße entstehen, auf einer Wiese an der Sporthalle. Der Bau sei derzeit in Planung, sagt Claudia Frede vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Landkreises. „Die Ausschreibung ist in Vorbereitung.“

Sechs Millionen Euro wird der Neubau etwa kosten. Wäre der Standort Klosterstraße saniert worden, wäre das laut Kreisverwaltung mit gut doppelt so hohen Kosten zu Buche geschlagen.

Im Mai oder Juni kommenden Jahres soll der Bau dann beginnen, im August 2022 soll der Ersatz-Standort bezogen werden soll, sagt Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese.

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