Aktionstag informiert über Karriere im Landkreis

Berufsmesse sorgt für Aha-Effekt

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Künftige Finanzwirtinnen? Schülerinnen informieren sich bei „Karriere in Waldeck-Frankenberg“ am Stand des Korbacher Finanzamtes über die Ausbildungsmöglichkeiten der Behörde. Foto: Lutz Benseler

Korbach - Karriere machen - das geht auch in Waldeck-Frankenberg. So lautete die Botschaft eines Aktionstages für Oberstufenschüler gestern in Korbach, bei dem 20 Unternehmen und Organisationen um künftige Mitarbeiter warben.

Heute gibt Marius Lippe den Jugendlichen Tipps für den Berufsstart, noch vor einem Jahr hat er sich selbst an den Ständen der Unternehmen über Ausbildungsmöglichkeiten informiert. „Es ist schon ein interessantes Gefühl, jetzt auf der anderen Seite zu stehen. Ein paar Schüler kenne ich noch von der Fachoberschule“, sagt Lippe.

Ausbildung als Startpunkt für die Karriere im Landkreis

Der 18-jährige aus Freienhagen absolviert seit vergangenem Jahr bei Veltum in Sachsenhausen eine Ausbildung zum Technischen Systemplaner. „Was viele nicht wissen, der Beruf ist oft ein Sprungbrett zum Bauleiter“, sagt Lippe. Karriere machen im Landkreis - das geht also.

Finanzwirt, Mediengestalter, Informatikkauffrau oder den Bachelor of Arts in Mittelstandsmanagement? 20 heimische Unternehmen wie Continental, Osborn, Horizont oder Veltum sowie Behörden und Einrichtungen wie die Polizei, die Technische Hochschule Mittelhessen oder die Kreishandwerkerschaft stellen unter der Regie der Korbacher Agentur für Arbeit in der Turnhalle der Beruflichen Schulen in Korbach Ausbildungsberufe und duale Studiengänge vor. Allen ist gemeinsam, dass sie in Waldeck-Frankenberg absolviert werden können.

„Wir reagieren mit der Veranstaltung auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel im Landkreis“, erklärt Berufsberaterin Heike Fleischmann von der Agentur für Arbeit. Das Problem für die Waldeck-Frankenberger Wirtschaft: Viele junge Menschen kehren der Region für ein Studium den Rücken und kommen nach dem Abschluss womöglich nicht mehr zurück. Die gut ausgebildeten Fachkräfte fehlen dann. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern daher aufzeigen, welche Möglichkeiten es für eine Ausbildung oder ein Studium im Landkreis gibt“, sagt Fleischmann - in der Hoffnung, dass die jungen Leute in Wal­deck-Frankenberg bleiben und hier Karriere machen.

Rund 600 Schüler stellen den Mitarbeitern der Unternehmen ihre Fragen

Rund 600 Schüler der Alten Landesschule, der Christian-Rauch-Schule, der Uplandschule und der Beruflichen Schulen informieren sich über die Karrieremöglichkeiten im Landkreis. Im ersten Teil des Aktionstages stellen die Betriebe sich selbst und ihre Ausbildungsberufe vor. Anschließend stellen die Schüler direkt in Gesprächen mit den Mitarbeitern an den Ständen der Unternehmen ihre Fragen. „Nur wenige wissen schon, was sie später beruflich machen wollen. Die meisten müssen sich erst mal orientieren“, sagt Kathrin Kutz, Personalreferentin bei Veltum. Viele wüssten gar nicht, welche Firmen es im Landkreis gebe, was sie machten und das sie häufig auch international tätig seien. Die kleine Berufsmesse in der Sporthalle sorgt so bei manchem für einen Aha-Effekt.

„Karriere in Waldeck-Frankenberg“ geht in diesem Jahr in die vierte Runde. 2012 hatte die Agentur für Arbeit erstmals zu der Veranstaltung eingeladen. - mit positivem Echo, wie Pressesprecherin Cornelia Harberg mitteilt. „Die Betriebe haben im vergangenen Jahr einige Bewerbungen bekommen, die sich im Anschreiben auf die Veranstaltung bezogen haben“, bestätigt Heike Fleischmann. Die meisten der 20 Unternehmen, Behörden und Organisationen sind seit Anfang an dabei, so auch die Firma Veltum: „Für uns ist es wichtig, Präsenz zu zeigen und uns bei den Jugendlichen ins Gespräch zu bringen“, erklärt Kathrin Kutz die Motivation.

Von Lutz Benseler

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