Nur eine Gegenstimme

Beschlossene Sache: Pergola im Korbacher Stadtpark wird versetzt

+
Die Pergola im Korbacher Stadtpark: Das Bauwerk soll ans Nordende Richtung Fußgängerzone versetzt werden. Das haben die Stadtverordneten am Donnerstag entschieden.

Korbach – Jetzt ist es beschlossene Sache: Die Pergola wird an die Nordseite des Stadtparks versetzt. Die Stadtverordneten haben am Donnerstag mit 21 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen dem entsprechenden Entwurf der Ausführungsplanung zugestimmt.

Die Stimmung war aufgeheizt: Applaus und Buh-Rufe begleiteten die Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung. Etliche Korbacher verfolgten die Abstimmung von den von den voll besetzten Besucherrängen im Bürgerhaus und gaben ihrer Meinung lautstark Ausdruck. Noch am Samstag zuvor hatten rund 100 Bürger in der Fußgängerzone für den Erhalt der Pergola an ihrer jetzigen Stelle demonstriert.

Auch in der Stadtverordnetenversammlung waren nicht alle mit den Plänen für die Pergola zufrieden: Manfred Figge (CDU) bezeichnete die Verlegung als Notlösung. Axel Krüer (Aktive Wähler) stellte fest: „Der Park gefällt mir, so wie er ist. Nur eine Wasserfläche muss wieder hin.“ Eine Umgestaltung für 1,8 Millionen Euro könne die Stadt sich nicht leisten. Entwicklung sei zwar wichtig, „wir sollten aber nicht unsere Seele verkaufen.“

Keine Mehrheit für Erhalt der Pergola am jetzigen Standort

Carola Iske-Krebs (CDU) stellte schließlich den Antrag, die Pergola an ihrem jetzigen Standort zu erhalten. „Mein Herzblut hängt daran. Der Park hat dort eine tolle Atmosphäre.“ Für den Antrag fand sich keine Mehrheit: Nur Iske-Krebs selbst stimmte dafür, 15 Stadtverordnete stimmten dagegen, sechs enthielten sich.

Mehr Zustimmung fand Helmut Schmidt (SPD). Er stellte den Antrag, dass die Versetzung der Pergola nicht nur als Option aufgenommen, sondern auch tatsächlich so umgesetzt wird. Bei 17 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und sechs Enthaltungen wurde der Antrag angenommen.

Schmidt machte deutlich, dass der Planung nicht nur die vorgeschriebene Bürgerbeteiligung, sondern zusätzlich noch eine Bürgerversammlung vorausgegangen sei. „Nichts ist über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden worden.“ Die Pergola sei damals bei den Korbachern kein Thema gewesen. „Eine Bühne wurde aber ausdrücklich gewünscht.“

Das nun vorliegende Konzept sei überzeugend, so Schmidt: „Wir müssen etwas machen, um den Stadtpark wieder zu beleben. Er soll nicht nur eine Ruhezone, sondern auch ein Ort der Begegnung sein.“

Arno Wiegand (FDP) betonte: „Es geht darum, dass die Stadt sich weiterentwickelt.“ Die Pergola begrenze Räume. „Wir wollen aber eine Durchgängigkeit haben.“ Dazu gehöre auch das Thema „Prävention“: Ein offener Stadtpark stärke die soziale Kontrolle des Orts. Wiegand stellte aber auch klar: „Wenn die Pergola versetzt wird, dann nur als Ganzes.“

Jochen Rube (FDP) erklärte: „Mir ist es ein emotionales Anliegen, dass sich die Stadt weiterentwickelt.“ Eine Verweigerungshaltung bringe die Stadt nicht weiter. Und schließlich bleibe die Pergola ja auch erhalten – wenn auch an einem anderen Ort.

Die Freien Wähler seien dafür, dass die Pergola erhalten werde, aber an einem neuen Standort, sagte Thomas Kuhnhenn (FWG). Ziel müsse sein, Altes und Neues in Verbindung zu bringen.

Das haben die Stadtverordneten beschlossen

Für 1,8 Millionen Euro, so der aktuelle Stand, soll der Stadtpark neu gestaltet werden. Rund die Hälfte der Kosten werden voraussichtlich durch Fördergelder aus dem Programm „Zukunft Stadtgrün“ gedeckt. Die Ausführungsplanung sieht in der Nordhälfte eine große Wasserfläche mit acht bis zehn Meter hoher Fontäne vor, die abends farbig beleuchtet wird. 

Am Übergang zur Fußgängerzone ist außerdem eine Fläche mit Spielgeräten für Kinder und eine Boule-Bahn vorgesehen. Die Pergola wird den Park künftig nach Norden hin abgrenzen und insbesondere den Parkplatz an der Heerstraße optisch abdecken. Über den Standort der Pergola sei in einer Sondersitzung des Bauausschusses und in der Lenkungsgruppe diskutiert worden, erläuterte Bauamtsleiter Stefan Bublak. „Wir reden dabei nicht nur über den Stadtpark, man muss auch das Ganze sehen.“ 

Ziel des Gesamtkonzepts sei, den Stadtmauerring als Besonderheit herauszustellen. Das funktioniere über Sichtachsen, die vermittelten, dass ein zusammenhängender Grüngürtel rund um die Altstadt bestehe. Die Südhälfte beinhaltet eine große Wiesenfläche und Platz für eine Bühne. Der Abschluss nach Süden zur Allee hin wird geöffnet. Für mehr Sicherheit im Stadtpark soll ein durchgängig beleuchteter Weg sorgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare