Der 20-jährige Kevin Kastens aus Goddelsheim wird am Montag in Berlin von der IHK ausgezeichnet

Bester Zimmerer-Azubi Deutschlands

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Gelernt ist gelernt: Kevin Kastens hat seine drei-jährige Ausbildung zum Zimmerer bei Finger-Haus in Frankenberg absolviert, wo Fertighäuser gebaut werden.

Lichtenfels-Goddelsheim - Kevin Kastens hat den richtigen Beruf für sich gefunden, sonst stünde er nicht an der Spitze: Am Montag wird der Goddelsheimer in Berlin als Deutschlands bester Zimmerer-Lehrling ausgezeichnet.

Immer ruhig und klar bei der Sache sein zu können, hat große Vorzüge. Kevin Kastens weiß sie zu schätzen, denn sie bringen ihn nach drei Jahren Lehre bei der Firma Finger- Haus in Frankenberg in eine im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Position: Von der Industrie- und Handelskammer für seine Prüfungsleistung im Maritim-Hotel in Berlin als bester Zimmerer-Auszubildender Deutschlands geehrt zu werden, ist schon etwas ganz Besonderes. Fährt er am Montag hin? „Klar, das nehme ich mit“, sagt der 20-jährige Goddelsheimer und lacht. Und der Chef kommt mit.

Dass er bei den Abschlussprüfungen seiner Ausbildung zum Zimmerer so gut abschneiden würde, dass er Kreis-, Hessen- und Deutschlandbester wird, damit hatte er nicht gerechnet - auch wenn ihm das Lernen immer recht leicht fiel, sagt er. „Das war wie in der Schule. Ich habe zugehört, mal nachgefragt und wenn ich es verstanden habe, bleibt es im Kopf.“ Auch habe ihm die Ausbildung so viel Spaß gemacht, dass er „den Ansporn hatte, es immer noch ein bisschen genauer zu machen als genau“.

Die Freude am Handwerk ist ihm gegeben. Schon als Jugendlicher hat er „gern gebastelt, also mit Freunden mal ein Gartenhäuschen und einen Hühnerstall gebaut“, erklärt er. Als er während seiner Schulzeit an der Mittelpunktschule in Goddelsheim Praktika absolvieren musste, wählte Kevin Kastens einen Dachdecker- und einen Holzbaubetrieb - und so war nach der Realschule der Schritt zur dreijährigen Ausbildung als Zimmerer nicht mehr weit. „Es ist ein sehr umfangreicher Beruf - da geht es nicht nur darum, wie man sichere und tragfähige Werke errichtet, sondern auch um Optik und um Verständnis für andere Handwerksberufe“, erklärt er begeistert.

Am besten gefällt ihm an seiner Arbeitsstelle, dass er trotz seiner Spezialisierung auf den Holzrahmenbau bei Finger-Haus eine vielfältige Ausbildung genossen hat, die ihm Einblick in fast alle Gewerke beim Hausbau erlaubte - vom Bau von Decken und Wänden über Fensterbau, Sanitär, Verputzen und Streichen, zählt er auf und sagt weiter: „So bekommt man ein gutes Verständnis für das Gesamtwerk.“ Außerdem muss man genau zeichnen können und ein gutes räumliches und mathematisches Verständnis haben. „Als ich im 1. Lehrjahr auf die Pläne geschaut habe, dachte ich, die werde ich nie lesen können - aber das hat sich Gott sei Dank geändert“, sagt er und grinst.

Auf die Meisterschule

Nach seiner Ausbildung hat Finger-Haus in Frankenberg den ausgezeichneten Azubi übernommen und der freut sich, Kundendienstarbeiten übernehmen und dabei sein zu können, wenn vor Ort Häuser montiert werden. „Das ist eine vielfältige Arbeit, die macht mir Spaß“, sagt er. Doch schon 2014 will Kevin Kastens wieder die Schulbank drücken: Er hat sich entschlossen, die Meisterschule zu besuchen. Dank seiner guten Leistungen erhält er eine Begabtenförderung. „Besucht man die Schule Vollzeit, dauert es nur ein Jahr bis zur Meisterprüfung - und noch bin ich gewohnt, ein paar Stunden aufmerksam dem Unterricht zu folgen“, erklärt er.

Außerdem hat er dann noch Zeit für sein aktives Leben in Goddelsheim, wo er tief verwurzelt ist: Er ist engagiert bei der Freiwilligen Feuerwehr, beim Schützenverein und dem Kulturverein - immer ruhig und klar bei der Sache und auch für einen Scherz zu haben.

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