Lukas Scharfe und Anna Lena Behle sind Jahrgangsbeste am Beruflichen Gymnasium

Bestnoten ohne Prüfungsstress

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Lukas Scharfe und Anna Lena Behle haben ihr Abitur am Beruflichen Gymnasium als Jahrgangsbeste bestanden.Foto: Kobbe

Korbach - Lukas Scharfe, Durchschnittsnote 1,0, und Anna Lena Behle (1,1) haben als Jahrgangsbeste ihr Abitur am Beruflichen Gymnasium bestanden. Beide haben ganz konkrete Berufsziele.

Auf ein Jahr in den Vereinigten Staaten freut sich Anna Lena Behle aus Eimelrod. Das vom Deutschen Bundestag und dem amerikanischen Kongress geförderte Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) macht das Austauschjahr möglich. Danach möchte die 21-Jährige International Cultural and Business studieren. Als Studienorte kämen dafür Maastricht oder Passau infrage.

Heidelberg oder Kassel?

Gleich in den Hörsaal zieht es Lukas Scharfe aus Goldhausen. Er hat sich für ein Lehramtsstudium in Mathematik und Physik entschieden. Was die Universität angeht, überlegt er noch. Heidelberg erscheint ihm reizvoll. Aber Kassel wäre auch ganz praktisch: „Da wohnen schon Freunde von mir und dann könnten wir eine WG gründen.“

Berufswunsch Gymnasiallehrer? Das wirft die Frage auf, ob schlechte Erfahrungen aus den vergangenen Jahren ihn dazu motiviert haben könnten. Völlig falsche Fährte, betont der 19-Jährige. „Ich hatte immer sehr gute Lehrer.“

Vor allem die Schullaufbahn von Anna Lena Behle zeigt beispielhaft, welche Chancen das Berufliche Gymnasium bietet, um das Ziel der allgemeinen Hochschulreife auch in einzelnen Etappen zu erreichen. Nach Hauptschul- und Realschulabschluss absolvierte die Einser-Abiturientin eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau bei einem Waffenfachhandel in Marburg. Den Entschluss, nach abgeschlossener Berufsausbildung wieder die Schulbank zu drücken, habe sie ganz bewusst getroffen, berichtet sie, „um mehr zu lernen“. Ebenso wie Lukas Scharfe wählte sie Mathematik als Leistungskurs aus, anders als er gab sie der Fachrichtung Wirtschaft den Vorzug vor Technik.

„Ruhe bewahren“

Bei der Abi-Note eine Eins vor dem Komma zu erreichen, sei schon ihr Ziel gewesen, bekräftigen beide. Aber ganz gezielt und systematisch darauf hingearbeitet hätten sie nicht. „Ich habe mich auch nicht mehr vorbereitet als die anderen“, beschreibt Lukas Scharfe seinen Eindruck. Viel entscheidender für den Erfolg sei, bei der Auswahl der Kurse den eigenen Interessen und Neigungen zu folgen, dann in der heißen Phase der Prüfungsvorbereitung „Ruhe zu bewahren, Stress zu vermeiden und sich nicht verrückt machen zu lassen“, resümieren beide.

Von einer Mensa und einem vernünftigen Aufenthaltsraum für die Gymnasiasten würden nachfolgende Schülergenerationen sicher profitieren, benennen Lukas Scharfe und Anna Lena Behle kleine Defizite einer ansonsten aus ihrer Sicht tadellosen Schulzeit. Was sie vermissen werden, wenn diese heute mit der Abschlussfeier endet? Die Jahrgangsbesten antworten unisono: „Dass wir unsere Freunde und Mitschüler nicht mehr jeden Tag sehen.“ (tk)

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