Land kündigt Rahmenvereinbarung zur Durchführung von Schulsozialarbeit zum 31. Juli 2015

Betroffenheit, Erschrecken, Unverständnis

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Die Schulsozialarbeit wurde 2011 von zehn auf 15 Wochenstunden aufgestockt. Darüber freuten sich Jugendarbeiter Ulrich Faß-Gerold, Schulsozialarbeiterin Karin Stade, die frühere Elternbeiratsvorsitzende Annegret Behle und der mittlerweile pensionierte Schulleiter Norbert Volkwein. Fotos: Ulrike Schiefner

Willingen - Betroffenheit in der Uplandschule und beim evangelischen Gesamtverband Upland: Das Land Hessen hat die Rahmenvereinbarung zur Durchführung der Schulsozialarbeit zum 31. Juli 2015 gekündigt.

Seit 2008 ist Diakonin Karin Stade als Schulsozialarbeiterin an der Uplandschule tätig - anfangs mit zehn, mittlerweile mit 15 Wochenstunden. Im Willingen wurde damals ein Sondermodell verwirklicht, das sich nach Ansicht der Upländer hervorragend bewährt hat. Neben dem Land Hessen, das ein Drittel der Kosten trägt, und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, der zwei Drittel zahlt, ist die Kirche als Träger mit im Boot. Gut vernetzte Strukturen, die sich zum Beispiel bei der Sucht- und Gewaltprävention, bei Projektwochen, im Rahmen der pädagogischen Mittagsbetreuung und in verschiedenen Gremien bewährt haben, waren und sind Garant für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auch im Bereich der Schulsozialarbeit.

Zu den Aufgaben von Karin Stade gehören Einzelfallhilfen, Beratungen, Klassenhospitationen, Trauergespräche, Gruppenangebote (zum Beispiel Teamtraining, „Cool sein, cool bleiben“, „Mädchen stark machen“), Gespräche mit Lehrern und Eltern und vieles mehr. „Die Entscheidung des Landes Hessen ist von unserer Vertreterversammlung mit Erschrecken, Betroffenheit und Unverständnis aufgenommen worden“, so die Vorsitzende des evangelischen Gesamtverbands Upland, Pfarrerin Gisela Grundmann. „Wir bedauern sehr, dass eine derart qualifizierte Kraft wie Diakonin Karin Stade aufgrund neuer Richtlinien des Landes in Zukunft nicht mehr an der Schule tätig sein soll.“ Sie hofft, dass es gelingt, in gemeinsamen Gesprächen eine Lösung zu finden. „Wir setzen alles daran, die erfolgreiche Schulsozialarbeit aufrechtzuerhalten“, betonen auch Schulleiterin Barbara Pavlu und Rektor Herbert Hellwig. Sie halten personelle Kontinuität für sehr wichtig und suchen gemeinsam mit dem Schulträger nach einer Lösung. „Karin Stade kennt die Schüler, und die Schüler vertrauen ihr und öffnen sich.“ Die Kinder und Jugendlichen sprechen mit ihr im eigens eingerichteten geschützten Raum eher als mit einer Lehrkraft über Probleme, über Gefühle, über den Umgang miteinander. Schulelternbeiratsvorsitzende Anke Keudel hat erst am Sonntag von der Kündigung der Rahmenvereinbarung erfahren. Sie will das Thema in der nächsten Sitzung im Januar zur Sprache bringen. Bürgermeister Thomas Trachte, der sich seinerzeit für die Zusammenarbeit mit der Kirche mächtig ins Zeug gelegt hatte, würde es sehr bedauern, wenn die erfolgreiche Arbeit nicht fortgesetzt würde. Er signalisiert seine Unterstützung bei anstehenden Gesprächen.

Von Ulrike Schiefner

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