Mehrere Taten in Willingen - Autoknacker vor Korbacher Amtsgericht

Bewährung nach Geständnis

Korbach / Willingen. - Ein Geständnis, die zukünftige Familie und der neue Beruf bewahren einen Sauerländer vor dem Gefängnis. Der Angeklagte gab vor dem Korbacher Amtsgericht zu, von Januar bis Mai 2011 in Willingen mehrere Autos aufgebrochen und daraus Wertgegenstände entwendet zu haben - dafür wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

„Es tut mir für die Betroffenen wirklich leid. Ich möchte mit dem Kapitel abschließen und die Fehler wiedergutmachen“, zeigte sich der 23-Jährige von Beginn an reumütig. Durch das umfassende Geständnis waren die Aussagen von sieben geladenene Zeugen nicht mehr notwendig.

Der junge Sauerländer hatte im vergangenen Jahr in Willingen bei vier Autos die Scheibe eingeschlagen und bei einem das Schloss geknackt. Aus den Autos entwendete er scheinbar alles, was ihm zwischen die Finger kam: Neben Navigationsgeräten und einem Geldbeutel zählten zum Beispiel auch eine Aktentasche mit Kirchenunterlagen und ein Funkmeldegerät der Feuerwehr zu seiner Beute.

Wegen einer vorherigen Verurteilung des Jugendgerichts steht der 23-Jährige aktuell unter Bewährung, er ist somit ein Bewährungsversager. Doch das Geständnis und der angestrebte Lebenswandel stimmten sowohl Staatsanwalt als auch Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling milde.

Der Sauerländer hat nach den Straftaten seine jetzige Freundin kennengelernt, beide erwarten ein gemeinsames Kind. Zudem hat er eine neue berufliche Anstellung gefunden. „Den Kontakt zum alten Freundeskreis habe ich mit dem Umzug in einen anderen Ort abgebrochen“, bekräftigte der 23-Jährige seinen Willen zum Neuanfang. Der Richter schloss sich der Forderung der Staatsanwaltschaft an und verurteilte den Sauerländer zu einem Jahr und drei Monaten Freiheitsstrafe. Diese ist zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss er für den angerichteten Schaden aufkommen. „Es ist nicht zu erwarten, dass er Familie und Beruf riskieren will“, so Kalhöfer-Köchling.(tt)

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