Korbacher muss 2500 Euro an Drogenhilfe zahlen

Bewährungsstrafe für Drogenhandel

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Korbach - Zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten und einer Geldstrafe von 2500 Euro wurde am Donnerstag ein 25-Jähriger Korbacher verurteilt. Er hatte einen lebhaften Handel mit der Droge Marihuana betrieben.

Der Verteidiger des Angeklagten machte dem Schöffengericht um den Vorsitzenden Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling schnell klar, was das Ziel sei: „Die Höhe der Strafe ist für uns nicht so sehr von Bedeutung, wenn sie denn zur Bewährung ausgesetzt wird“, sagte der Anwalt zu Beginn der Verhandlung. Um dies zu erreichen, wolle sein Mandant auch ein Geständnis ablegen. Deswegen wurden die acht vorgesehenen Zeugen wieder ausgeladen.

Geständig zeigte sich der 25-Jährige, der mittlerweile in Düsseldorf lebt, dann auch in allen Anklagepunkten. Zwischen September 2009 und Januar 2011 hat er in 82 Fällen mit Marihuana gehandelt. Fünfmal verkaufte er die Drogen an Jugendliche unter 18 Jahren. Da er zu diesem Zeitpunkt selbst über 21 Jahre alt war, wurde aus dem Vergehen ein Verbrechen. Deshalb war es für Schöffen und Staatsanwaltschaft mit dem Geständnis allein nicht getan. Sie wollten mehr zu den Beweggründen und der aktuellen Situation des Angeklagten wissen. Denn ein Vorwurf lautete auch, dass der Drogenhandel auf Dauer angelegt gewesen sei und der Angeklagte damit einen Teil seines Lebensunterhaltes finanziert habe. Das bestätigte dieser so nicht. „Ich habe das nicht gemacht, um mir einen finanziellen Vorteil zu verschaffen“, so der 25-Jährige. Vielmehr sei es ihm um Aufmerksamkeit gegangen, „darum, dass immer mal einer bei mir vorbeikommt und etwas los ist“.

Dafür sprechen auch die Mengen an Marihuana, die der Korbacher über die zwei Jahre verkaufte. Häufig waren es zwischen einem und drei Gramm, was der Staatsanwalt „bei weichen Drogen“ als wenig bewertete. Das erste Mal in Kontakt mit Drogen gekommen ist der 25-Jährige bereits während seiner Schulzeit. Er begann selbst zu konsumieren und später dann auch zu verkaufen. „Mir war der Ernst der Lage aber nicht bewusst, heute sehe ich vieles anders“, war der Geständige reumütig. Im Januar 2011 durchsuchte die Polizei die Wohnung des 25-Jährigen, die erste Gerichtsverhandlung war für den 19. Januar 2012 angesetzt, dort sagte der Angeklagte wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn dem Richter ab. Er habe einen wichtigen beruflichen Termin gehabt (WLZ vom 20.01.2012). Das damalige Vorstellungsgespräch erklärt dann auch die Frage eines Schöffenmitgliedes nach der aktuellen Situation des Angeklagten.

Mittlerweile lebt der 25-Jährige in Düsseldorf und arbeitet dort als kaufmännischer Angestellter. „Die frühere Zeit verteufele ich, mit den Leuten will ich auch nichts mehr zu tun haben“, erklärte der Korbacher seinen Sinnes- und Lebenswandel.
Zu seinen damaligen Drogenlieferanten wollte er nichts sagen, „damit würde ich mich in Gefahr begeben“. Den neuen Lebensweg, den der Korbacher jetzt geht, bestätigte auch sein Verteidiger: „Dazu zählen jetzt auch die Eltern, was in der Vergangenheit nicht immer so war.“
Aufgrund des Geständnisses und des selbst eingeleiteten Neuanfangs waren sich Staatsanwalt, Verteidiger und Schöffengericht hinsichtlich des Strafmaßes einig. Die 2500 Euro Geldstrafe seien als eine Art Abschöpfung der Einnahmen aus dem Drogenhandel zu sehen. Das Geld geht in monatlichen Raten an die Drogenhilfe Nordhessen. (tt)

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