So war das Wetter in Korbach: Friseurmeister und Hobbymeteorologe Hans Krusche zieht Bilanz für 2013

Bibbern im März, schwitzen im Winter

Korbach - Im März war es bitterkalt, Ende Mai fürchterlich nass, im August knochentrocken und zu Weihnachten viel zu warm: So hat Korbach das Jahr 2013 aus der Sicht von Wetterbeobachter Hans Krusche erlebt.

„Der Winter kommt noch“, ist sich Hans Krusche sicher. Wer in Korbach wissen will, wie das Wetter wird, fragt den Friseurmeister und Hobbymeteorologen. Seit vielen Jahren schaut er Petrus über die Schulter und führt akribisch Buch darüber. Wie das Wetter war, das also weiß Krusche ganz genau. Und manchmal lässt er sich auch zu einer Prognose hinreißen. Neben Schnee, der vielleicht noch rechtzeitig zum Skisprung Weltcup in Willingen rieseln wird, sieht der Wetterbeobachter auch einen heißen Sommer, auf den die Korbacher hoffen können. „Es wird aber auch viel Regen geben, hoffentlich nicht, wenn wir Urlaub haben“, schmunzelt Krusche. Und so war das Wetterjahr in der Hansestadt nach seinen Aufzeichnungen:

Milde Temperaturen begleiteten die Korbacher beim Start ins Jahr 2013. Erst ab Mitte Januar setzte sich winterliches Wetter mit Schnee und Minustemperaturen durch - mit einzelnen Unterbrechungen bis Anfang April.

Sibirische Kälte

Vor allem im März war es bitterkalt: Während die Korbacher in der ersten Märzwoche bei vorfrühlingshaften 18,5 Grad noch auf ein zeitiges Ende des Winters hoffen konnten, kam es zu Beginn des zweiten Monatsdrittels mit Winddrehung auf Nordost zu einem massiven Vorstoß kontinentaler Arktikluft aus Nordsibirien. Die tiefste Temperatur des Jahres hat Hans Krusche am 15. März gemessen. Minus 10,6 Grad zeigte die Quecksilbersäule seines Thermometers morgens um 7 Uhr an.

Erst Mitte April kletterten die Temperaturen kräftig auf frühsommerliche Werte an. Bei 22,6 Grad genossen am 15. April viele Korbacher das nachmittags noch trockene Wetter in den Eiscafés der Fußgängerzone. Der Mai verlief dagegen kühl und in seinem letzten Drittel sehr nass. Insgesamt 100 Liter Regen prasselten pro Quadratmeter auf den Boden. Damit war der sprichwörtliche Wonnemonat der regenreichste im gesamten Jahr.

Nach einem eher mäßigen Auftakt im Juni, trumpfte der Sommer vor allem im Juli mit perfektem Bade- und Ferienwetter auf. Hochsommerliche 31,3 Grad hat Krusche abends am 27. Juli gemessen. Wärmer war es nur noch am 2. August mit 31,7 Grad. Mit jeweils rund 42 Litern pro Quadratmeter waren Juli und August auch die beiden trockensten Monate des Jahres.

Viel Wind im Herbst

In den Herbstmonaten sorgten Tiefdruckgebiete für reichlich Regen - vor allem im Oktober und November, teils verbunden mit starkem Wind. Der September brachte ein paar sommerliche Tage mit, am 5. September war es noch einmal 27,5 Grad warm. Ein sehr warmer Dezember schloss das Jahr ab. Außer am Nikolaustag, im Schlepptau von Orkantief „Xaver“, hielt der Monat gar keine weißen Überraschungen für die Korbacher bereit - dafür umso mehr vom ungeliebten Weihnachtstauwetter. In subtropischer Warmluft stieg das Quecksilber an Heiligabend in der Kreisstadt auf 9,6 Grad.

Wetter durchschnittlich

Insgesamt war das vergangene Jahr von viel Mittelmaß geprägt. Während die Temperatur etwas über dem langjährigen Mittel lag, blieben Niederschlag und Sonnenschein leicht darunter. Mit 726 Litern hat es nur wenig mehr geregnet als im Vorjahr (rund 700 Liter). Ein weiteres Wetter-Phänomen hat Hans Krusche über die Jahre in der Region beobachtet: Der Wind sei immer stärker geworden. „Früher war der Edersee morgens und abends glatt wie ein Spiegel, heute kräuseln sich auch dann die Wellen“, sagt der passionierte Angler, der nach stundenlangem Ausharren am Ufer schon so manchen dicken Fisch aus dem Gewässer geholt hat und dabei viel Zeit hatte, um das Zusammenspiel von Wind und Wasser zu beobachten.

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