Neues Buch mit Zeichnungen von Schülerinnen

Bierbrauen, Burgleben und Hexen: So war das Mittelalter in Korbach

Rathaus, Tylenturm, Teil der Stadtmauer: Kimberley Simon von der Alten Landesschule hat dieses Bild gezeichnet, das einen Einblick in das mittelalterliche Korbach geben soll.

Literatur über das mittelalterliche Korbach gibt es bereits zigfach, nun kommt ein besonderes Werk hinzu: Historikerin Dr. Marion Lilienthal legt in ihrem neuen Buch, das sich auch an junge Menschen richtet, einen Fokus auf den Alltag.

Einige ihrer Schüler haben die passenden Illustrationen dazu beigesteuert.

„Korbach entdecken – Eine lebendige Stadt im Mittelalter und in Früher Neuzeit“ heißt das gut 170 Seiten starke Buch. Die Idee dazu sei spontan entstanden, sagt Lilienthal. Denn bislang gebe es kein Buch, das viele unterschiedliche Aspekte des Mittelalters in Korbach vereine. Viele Werke seien zudem sehr akademisch, das habe sie gewusst nicht gewollt. Jeder solle mit dem Buch etwas anfangen können, besonders auch Jugendliche.

Illustriert von Abbildungen alter Landkarten, von Kupferstichen und Gemälden sowie Fotos historischer Gebäude gibt die Lehrerin und Historikerin einen Einblick in das Leben im Mittelalter und der Neuzeit, gegliedert in kurze und übersichtliche Kapitel. Das Besondere: Vier ihrer Schülerinnen haben insgesamt mehr als 40 Zeichnungen zur Illustration beigetragen.

Handwerker, gezeichnet von Diana Demchenko.

Im Jahrgang elf der Alten Landesschule waren Mittelalter und Frühe Neuzeit Thema der sogenannten iPad-Klasse. Die Schüler recherchierten unter anderem selbst bestimmte Aspekte wie die Hexenverbrennungen, Krankheiten oder Essen und Trinken. Und während die einen Schüler daraus Podcasts oder Powerpoint-Präsentationen machten, setzten Diana Demchenko, Laura Kluß, Cheyenne Jahndel und Kimberley Simon ihre Ergebnisse in Zeichnungen um, angefertigt übers iPad.

Mehrere Tage saßen die jungen Frauen jeweils an einem Bild. Der Vorteil beim iPad: Gab es einen Fehler, konnte er kurzerhand ausradiert werden, erklären sie. Jakob Chrobachinsky hat seine Mitschülerinnen und Marion Lilienthal bei der technischen Umsetzung unterstützt und sich unter anderem um die Bildbearbeitung gekümmert.

Blick auf eine mittelalterliche Straße von Chayenne Jahndel.

Im Buch geht es um Allgemeines wie die Stände im Mittelalter, dass früh geheiratet und hart gearbeitet wurde, warum Kinder meist getauft wurden, was zumeist auf den Tisch kam und wie es um die Gerichtsbarkeit stand. Ein Schwerpunkt des Buchs liegt jedoch auf Korbach. So lernen die Leser beispielsweise, dass die erste Schule in der Hansestadt schon im 13. Jahrhundert stand, dass Bierbrauen stets eine große Bedeutung hatte, wie das Christkindwiegen entstand, welche Krankheiten die Stadt überrollten, wie Hexenprozesse abliefen und wie das Leben auf Burg Eisenberg aussah. Ein Ziel der Autorin: Der Leser soll die Stadt aus anderer Perspektive sehen.

Die Hexenverfolgung soll dieses Bild von Laura Kluß symbolisieren.

Info: Erscheinen soll das Buch „Korbach entdecken – Eine lebendige Stadt im Mittelalter und in Früher Neuzeit“ von Marion Lilienthal wahrscheinlich Anfang Juli dieses Jahres. Die Arbeiten der Schüler werden ein Bestandteil einer Ausstellung im Bonhage-Museum im nächsten Jahr.

Vor historischer Kulisse: (von links) Autorin und Lehrerin Dr. Marion Lilienthal und die Schüler Jakob Chrobachinsky, Laura Kluß, Cheyenne Jahndel und Kimberley Simon am Enser Tor, das ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer war.

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