Willingen

Bioerdgas für Willinger Großkunden

- Willingen (bk). Lagunenbad, Haus des Gastes und „Sauerland Stern Hotel“ werden demnächst mit Wärme aus einem zentralen Blockheizkraftwerk versorgt. Am Donnerstag wurden die Wärmelieferverträge unterschrieben.

Mitte der 90er-Jahre, als Thomas Trachte noch Betriebsleiter war, betrugen die jährlichen Energiekosten des Kurbetriebs (Wärme und Strom) zwischen 500 000 und 600 000 Mark; heute summieren sie sich auf 560 000 Euro, liegen also etwa doppelt so hoch. Die Gemeinde erhofft sich deutliche Einsparungen durch das neue Konzept, an dem Wirtschaftsförderer Dieter Pollack maßgeblich mitgewirkt hat und für dessen Umsetzung am Donnerstag die vertraglichen Voraussetzungen geschaffen wurden. Bürgermeister Trachte geht davon aus, dass sich die jährlichen Kosten um 80 000 Euro senken lassen. Die Geschäftsführung des „Sauerland Stern Hotel“, das im Jahr rund 450 000 Euro für Wärme ausgibt, hofft auf eine 20-prozentige Einsparung. Die Gemeinde und das Hotel setzen auf Wärme aus erneuerbaren Energien. „Wir versprechen uns davon eine nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Situation“, so der Bürgermeister und der geschäftsführende Gesellschafter des „Sterns“, Heinrich Will. Zugleich wollen beide einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Durch die Kooperation mit der „E.ON Mitte Wärme GmbH“ können in Willingen jährlich rund 6000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das Biogas wird in einer Anlage in Hardegsen (Südniedersachsen) erzeugt, in einer speziellen Anlage auf Erdgasqualität aufgearbeitet und ins Gasnetz eingespeist. „E.ON Mitte Wärme“ baut in den nächsten Monaten in Willingen im Bereich des Lagunenbads – unterhalb des Rutschenturms – ein Blockheizkraftwerk. „Es ist etwa so groß wie eine Fertiggarage, wird also auf gar keinen Fall stören“, betont Bürgermeister Thomas Trachte. Das Unternehmen investiert in die mit Bioerdgas gespeiste Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung und mehrere Kessel rund 1,2 Millionen Euro. Die Anlage wird nach Fertigstellung – voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres, spätestens jedoch Anfang 2010 – 12 100 Megawattstunden Wärme im Jahr erzeugen. Die Mittel- und Spitzenlastabdeckung in der Wärmeversorgung übernimmt die EWF. „Unser heimischer Energieversorger ist ein guter Partner der Gemeinde und bleibt es auch in Zukunft“, betonte Bürgermeister Trachte. Der Vertrag zwischen „E.ON Mitte Wärme“ und Gemeinde umfasst 15 Jahre, der mit dem „Sauerland Stern Hotel“ erstreckt sich über 20 Jahre.

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