Alte Holzöfen müssen bis Jahresende raus

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Waldeck-Frankenberg. Bis Ende 2017 müssen Eigentümer alte Einzelraumfeuerstätten wie etwa Holz- oder Kohleöfen aus dem Betrieb nehmen, die zwischen 1975 und 1984 gebaut wurden. Sie stoßen zu viele Emissionen aus. Doch es gibt Ausnahmen.

„Nicht ausgetauscht werden müssen private Kochherde, Backöfen und Badeöfen, offene Kamine und so genannte Grundöfen, also vor Ort errichtete Kachelöfen ohne Heizeinsatz, sowie vor 1950 errichtete (historische) Öfen und Einzelraumfeuerungsanlagen, die allein für Wärmeversorgung von Wohnräumen sorgen“, erklärt Siegfried Becker, bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger und Kreisobmann aus Twiste. Grund für die Ausnahmen: „Das sind alles Öfen, die ohnehin nur gelegentlich im Einsatz sind oder die – wie einbaute Kachelöfen – technisch gar nicht nachgerüstet werden können.“

Weniger Brennstoff, mehr Wärme

Bestehende Anlagen können dann zeitlich unbegrenzt weiterbetrieben werden, wenn sie die derzeit geltenden Grenzwerte einhalten. Um das nachzuweisen, haben die Eigentümer drei Möglichkeiten: Die Bescheinigung des Herstellers, dass der Feuerungsanlagentyp die Grenzwerte auf dem Prüfstand einhält; einen Nachweis über eine Vor-Ort-Messung, oder den nachträglichen Einbau eines zugelassenen Filters. Von einer Nachrüstung rät Siegfried Becker allerdings ab: „Die Filter sind so teuer wie eine neue Feuerstätte. Eine Nachrüstung ergibt also keinen Sinn.“

Zurück gehen die Vorgaben auf das Bundesemissionsschutzgesetz von 2010, das strengere Grenzwerte für kleine und mittlere Feuerungsanlagen festgesetzt hat: Je weniger Kohlenmonoxid und Feinstaub in die Luft gelangen, desto besser. „Es ist eine Investition, die sich lohnt, denn in neuen Anlagen lässt sich Holz ja auch effektiver verbrennen, für die gleiche Wärme wird weniger Brennstoff benötigt“, erklärt der Experte - und hat noch Tipps für das richtige Heizen parat. 

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