Rhena/Eimelrod

Bischof für Fusion Rhena/Eimelrod

- Korbach/Willingen (bk).Der Bischof beabsichtigt, die Pfarrstelle Rhena nicht neu auszuschreiben, sondern sie mit Eimelrod zusammenzulegen.

Die Nachricht kam für die Kirchenvorsteher der betroffenen Gemeinden nicht überraschend. Schließlich befassen sich die kirchlichen Gremien in der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) – und folglich auch im Kirchenkreis des Eisenbergs – schon seit längerer Zeit mit dem Thema „Pfarrstellenanpassung“. Bereits in den 90er-Jahren wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, dass die Zahl der Pfarrstellen reduziert werden muss, wenn die Zahl der Gemeindeglieder abnimmt. Die aktuellen Vorgaben: Im Bereich der Landeskirche soll die Zahl der Gemeindepfarrstellen bis 2017 um 74, die der Funktionspfarrstellen um 21 verringert werden. Für den Kirchenkreis des Eisenbergs bedeutet das eine Reduzierung von derzeit 18,5 auf 16 Gemeindepfarrstellen. Wie berichtet, wurde der Kirchenkreisvorstand 2009 aufgefordert, entsprechende Vorschläge zu erarbeiten. „Wir haben darüber mit der Pfarrerschaft und in der Synode diskutiert und die Kirchenvorstände gebeten, Stellung zu nehmen“, so Dekan Bernd Böttner. Als ein wichtiges Kriterium nennt er das Ziel, 2017 möglichst 16 ganze Gemeindepfarrstellen zu haben – „und keinen Flickenteppich aus halben und Dreiviertelstellen“. „Nur so können wir letztendlich auch Strukturkosten sparen.“ Er verweist in diesem Zusammenhang außerdem darauf, dass es angesichts der Randlage der Region wichtig ist, attraktive Stellen anzubieten. „Wir können sie nur dann gut besetzen, wenn die Pfarrer ein entsprechendes Gehalt bekommen, um eine Familie zu ernähren.“ Vor diesem Hintergrund wurde für den Kirchenkreis ein Plan entworfen, der Fusionen von Pfarrstellen und sinnvolle Verbindungen mit Zusatzaufträgen vorsieht. Die Landeskirche hat sich mit den Vorschlägen befasst und nun anlässlich der Tagung der Synode den „Pfarrstellenanpassungsplan 2010“ vorgelegt. Er beinhaltet für den Kirchenkreis des Eisenbergs zwei konkrete Änderungen: Flechtdorf hat jetzt eine ganze, soll aber in Zukunft auf eine Dreiviertelgemeindepfarrstelle reduziert werden, bekommt jedoch als Zusatzauftrag die Gehörlosenseelsorge. Angedacht ist die Umsetzung zum 1. Januar 2011. Die Kirchenvorstände haben bereits grundsätzlich zugestimmt. Es soll jedoch noch ein neues Konzept für die zukünftige Arbeit des Pfarrer-Ehepaars Frank erarbeitet werden. Rhena und Eimelrod sollen zu einer Gemeindepfarrstelle zusammengefasst werden. Zum Kirchspiel Rhena gehören vier Kirchengemeinden: Rhena, Alleringhausen, Neerdar/Bömighausen und Schweinsbühl. Der langjährige Pfarrer Matthias Müller ist zum 1. Dezember 2009 nach Schrecksbach gewechselt; die Stelle ist seitdem vakant. Mit der Vakanzvertretung wurde Pfarrer Karl-Heinz Bäcker (Eimelrod) beauftragt, der dabei von seinen Upländer Kollegen und von Pfarrerin Grenz (Eppe) unterstützt wird.„Im Gespräch mit den Kirchenvorständen haben wir schon im vergangenen Jahr offen über die Zukunft der Rhenaer Pfarrstelle diskutiert“, berichtet Dekan Bernd Böttner. „Wir haben versucht, innerkirchlich viel Transparenz hineinzubringen.“ Zur Debatte standen dabei die Bitte der Kirchenvorstände des Kirchspiels Rhena, die Pfarrstelle als Dreiviertelstelle auszuschreiben und zu besetzen, oder die Fusion mit Eimelrod, die der Bischof favorisiert. Böttner und Pfarrer Karl-Heinz Bäcker haben sich in der vergangenen Woche mit den Kirchenvorständen zu einer „sehr offenen und konstruktiven Diskussion“ getroffen, so die Einschätzung des Dekans. Er sieht eine große Chance in der Tatsache, dass der vorgelegte Plan die Kirchspiele nicht auseinanderdividiert. „Die gewachsene Zusammenarbeit der Gemeinden kann fortgeführt werden.“ Die Kirchenvorstände, die nun das Gespräch in den Gemeinden suchen wollen, werden einzeln angehört und um eine Stellungnahme gebeten. Sollten sie zustimmen, so könnte die Fusion möglicherweise schon zum 1. Juli erfolgen. Die halbe Diakoniepfarrstelle würde dann von der jetzt kombinierten Pfarrstelle Eimelrod abgetrennt. Die drei Dörfer Eimelrod, Hemmighausen und Deisfeld bilden übrigens nur eine Kirchengemeinde. „Sollten Bedenken oder Widerspruch geäußert werden, so hat der Bischof dies zu bewerten und gegebenenfalls zu berücksichtigen.“ Falls alle Einspruchs- und Klagemöglichkeiten ausgeschöpft werden, kann sich das Verfahren über zwei Jahre hinziehen. Aus Sicht des Dekans ist eine Pfarrstelle Eimelrod/Rhena groß genug, um dauerhaften Bestand zu versprechen. Positiv beurteilt er zudem Pfarrer Bäckers Bereitschaft, die Pfarrstelle auszufüllen und mit den Kirchenvorständen gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie die Gottesdienste und die Gemeindearbeit aufeinander abgestimmt werden können. Als „schwierige und kritische Frage“ sieht er die Entscheidung über den zukünftigen Standort des Pfarrhauses. „Sie kann mit Ruhe und Zeit auch nach dem Zusammenschluss der Pfarrstellen geklärt werden.“

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