Zwei neue politische Gruppierungen drängen ins Korbacher Stadtparlament

Wo bitte geht‘s zum Rathaus?

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Auf dem Weg ins Korbacher Rathaus: Die „Aktiven Bürger“ und „Pro Korbach“ wollen mit eigenen Listen bei der Kommunalwahl 2016 antreten. Foto: Lutz Benseler

Korbach - Zwei Neue wollen die Etablierten ärgern: Die „Aktiven Bürger“ und „Pro Korbach“ bereiten ihre Gründung vor - die einen als Partei, die anderen als Bürgerliste. 2016 wollen beide bei der Kommunalwahl antreten.

Axel Krüer seufzt beinahe bei dem Gedanken an die seligen „Korbacher Verhältnisse“: Zu Bürgermeister Wolfgang Bonhages Zeiten sei in der Stadtverordnetenversammlung noch um die Sache gestritten worden, sagt er. „Heute geht es nur noch um Parteipolitik“. Die „Aktiven Bürgerinnen und Bürger“ wollen die alte Diskussionskultur wieder aufleben lassen, das jedenfalls ist das Ziel des Korbachers und seiner knapp 20 Mitstreiter. Aus dem gleichnamigen Arbeitskreis, dessen Sprecher Krüer ist, soll bei der Gründungsversammlung am 9. November eine Partei werden, die Satzung ist schon so gut wie fertig.

Ganz so weit wie Axel Krüer ist Beate Mehrhoff noch nicht. Mit einer unabhängigen Bürgerliste will die frühere CDU-Politikerin bei der Kommunalwahl 2016 antreten. Eine Vereinsgründung sei in Vorbereitung, sagt sie. Anders als Krüer sitzt Mehrhoff allerdings schon jetzt in der Stadtverordnetenversammlung: Die Korbacherin hatte Anfang Juni der CDU-Fraktion den Rücken gekehrt und gemeinsam mit Doris Jauer (ehemals Grüne) die Fraktion „Pro Korbach“ gebildet. So soll auch die neue Bürgerliste heißen. „Der Name hat sich etabliert“, erklärt Mehrhoff.

Ziel sei eine Politik ohne Fraktionszwang nach bestem Wissen und Gewissen. Es gebe viele Menschen in Korbach, die aktiv Politik machen, aber nicht einer Partei angehören wollten. Ihnen wolle sie eine Plattform bieten, sagt die Stadtverordnete.

Es könnte also in zwei Jahren noch bunter zugehen im Korbacher Rathaus - zumindest, wenn die beiden Neuen ihre Unterschriften für eine Teilnahme an der Kommunalwahl zusammenbringen und dann genügend Stimmen sammeln. Dabei sind die beiden neuen Gruppierungen auf dem besten Wege, sich gegenseitig die Frustrierten unter den Wählern abzujagen: Die „Aktiven Bürger“ und „Pro Korbach“ gehen mit ähnlichem Anspruch auf Wählerfang, mehr Sach- und weniger Parteipolitik haben sich beide auf die Fahnen geschrieben. „Transparenz, Freiheit und Verantwortung“, heißt das bei den „Aktiven Bürgern“. „Wir wollen etwas für die Bürger vor Ort erreichen, dazu ist es wichtig, ihnen aufzuzeigen, wohin das Geld im Rathaus fließt“, erklärt Krüer.

Gleiches könnte auch im Wahlprogramm von „Pro Korbach“ stehen: Mehr Transparenz ist eine der Hauptforderungen der Fraktion, insbesondere müsse die Verwaltung den Stadtverordneten ausreichend Hintergrundinformationen liefern. Im Lager der neuen herrscht scharfe Konkurrenz.

Von Lutz Benseler

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