Posaunenchöre aus Berndorf und Sachsenberg gestalten „Klangreise“ in St. Nikolai

Bläser vollziehen symbolisch die Einheit

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Vereinigte Bläserchöre aus Sachsenberg und Berndorf im Altarraum der Nikolaikirche. Foto: Hennig

Korbach - Beim 31. Konzert der „Klangreise“, die das Zusammenwachsen des neuen Kirchenkreises Twiste-Eisenberg übers Jahr begleiten soll, kam es zu einer Begegnung zweier Klangkörper aus den Altkreisen, die sich während des Konzerts symbolisch vereinigen sollten.

Am Anfang stand beim Konzert in der Nikolaikirche allerdings die musikalische Kommunikation in Form von zwei Echokonzerten von Ludovico Vaidano und Heinrich Schütz mit dem Posaunenchor Berndorf im linken und den Bläsern aus Sachsenberg im rechten Ohr der Zuhörer. Von beiden Seiten der Empore ertönte „In Dir ist Freude“ im festlichen Renaissance-Arrangement des italienischen Meisters.

Italienisch im Stil und etwas prachtvoller erklang anschließend „Herr, wenn ich dich nur habe“ von Heinrich Schütz, denn der deutsche Komponist war der Meisterschüler des Doppelkonzert-Papstes Giovanni Gabrieli, wie Fabian Küthe ausführte, der beim Auftakt auf der Empore die Einsätze gab.

Sein Sachsenberger Kollege Martin Engel dirigierte mit dem „Passamezzo“ von Michael Praetorius den ersten Auftritt des in der Apsis vereinigten Klangkörpers. Der in vollem Klang vorgetragene Tanz markierte zugleich den Übergang von der Renaissance zum frühen Barock.

Das „Allegro Grazioso“ von Georg Philipp Telemann stand schon wieder für das Ende der prachtvollen Epoche, bot den Bläserchören aber in Sachen Tempo und Dynamik mehr Abwechslung. Besonders eindrucksvoll geriet das Crescendo vor dem langen, festlichen Ausklang, mit dem Telemann wie seine Vorgänger einen deutlichen Schluss-Strich unter seine Komposition zog.

Mit dem romantischen „Boléro de Concert“ von James-Louis Lefébure-Wély übersprang Organist Heiko Emde die Klassik. Die effektvolle Komposition mit dem eingängigen orientalischen ersten Thema und dem Mittelteil im Drehorgelwalzerstil bildete einen reizvollen Kontrast und sprach die Zuhörer auf ganz anderer Ebene an.

Verschiedene Klangebenen spielten eine wesentliche Rolle bei der Bläserfassung von Johann Sebastian Bachs „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, denn in der zweiten Strophe tritt die Oberstimme prominent hervor.

Bei „Kommt sagt es allen weiter“, in dessen Verlauf die Bläser von Strophe zu Strophe einen Stilwechsel vollzogen, waren auch die Stimmen der Konzertbesucher gefragt, ehe die jubilierenden Trompeten das Ende des Liedes markierten.

Im Big-Band-Stil und dem harmonischen Miteinander von Posaunen und Trompeten ging es mit „What a Wonderful World“ weiter, das Richard Roblee arrangiert hatte. Der flotte Orgel-Boogie „Gib uns Frieden jeden Tag“ brachte ein wenig Heiterkeit zwischen zwei Balladen für Bläser, denn Richard Roblees „Let Me Tell You“ begann sehr getragen und choralartig, ehe sich die Zuversicht zuletzt doch Bahn brach.

Die Interpretation der Hooters („All You Zombies“) stand Pate bei der Entstehung der Bläserpartitur des Folkklassikers „500 Miles“, die vom Wechselspiel der Trompeten und Posaunen vorangetrieben wurde. Thomas Riegers „Hymne“ erwies sich als festlicher Marsch, mit dem das offizielle Programm ausklang.

Das muntere Dixieland-Intro von „Komm, sag es allen weiter“ erklang als Zugabe.

Von Armin Hennig

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