Frühjahrskonzert des Adorfer Spielmanns- und Musikzugs

Bläsersound satt auf dem Dansenberg

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Diemelsee-Adorf - Beim 22. Frühjahrskonzert des Adorfer Spielmanns- und Musikzugs haben es die Musiker in der Dansenberghalle krachen lassen: Von Märschen bis zur Pop- und Rockmusik reichte das Repertoire. Auch das Jugendorchester und die „Knüppelmusik“ waren zu hören.

Mehr Zugaben als vorgesehen forderten die begeisterten Zuhörer in der voll besetzten Dansenberghalle am Samstagabend und der Spielmanns- und Musikzug schüttelte tatsächlich noch ein musikalisches As aus dem Ärmel: „Ruetz“ lautete der Titel des endgültigen Kehraus. Zuvor hatte das Orchester mit unwiderstehlichen Klassikern wie dem „Andulka“ und dem „Badonviller-Marsch“ die Halle so richtig eingeheizt und, verstärkt durch das Jugendensemble, mit „Wir halten Tirol die Treue“ mit der Gesangseinlage und dem „Bozener Bergsteigermarsch“ großartig nachgelegt.

Mit den abschließenden Märschen am Ende der abwechslungsreichen zweiten Hälfte schloss sich gewissermaßen ein Kreis, denn das Programm hatte auch mit Märschen wie dem Magdalensberger Marsch begonnen. Auch Sina Stark und Stefan Klemme hatten bei der Zusammenstellung der Stücke für die Auftritte von Jugendorchester und Musikzug nicht nur an die Abwechslung gedacht, sondern auch den nicht minder wichtigen Faktor Steigerung im Blick.

So eröffnete das Jugendorchester seinen Block mit dem sich langsam aufbauenden „Solitaire“, dessen Melodie von den Flöten bis zur Tuba durch die Reihen geht und klanglich immer reichhaltiger wird, ehe auf dem Gipfel des Zusammenklangs ein erstes Trompetensolo ertönt, dessen Wiederholung als eine Art Zapfenstreich fungiert. Auf das rhythmisch gut durchgeschüttelte „Powerplay“ mit seinem lautstarken Finale folgte mit „Highland-Cathedral“ ein Kontrastprogramm im Bolero-Rhythmus und melodischer Flötenintroduktion bis zum durch ein wuchtiges Pauken-Ausrufezeichen unterbrochenen Crescendo bei den Holzbläsern. Holz spielte auch eine ganz entscheidende Rolle bei der „Knüppelmusik“, einem rhythmisch präzisen und perfekt choreografierten Ballett für 18 Trommelstöcke, bei dem der Schlegel des Nachbarn so voll ins Spiel mit einbezogen wurde, die Trommel sowieso. Dieses virtuose Überkreuzspiel konnte nur zu einer neuen Dimension in Sachen Beifall führen.

Auch der Musikzug ließ es flott und rhythmisch angehen, wechselte mit dem „Lord of the Dance“ aber in keltische Gefilde mit einer „Tinflute“ als charakteristischem Melodieinstrument. Das Phil-Collins-Medley begann mit den eindrucksvoll wuchtigen Paukenschlägen von „In the air tonight“ und klang aus mit der Trompetenmelodie von „You can’t hurry love“.

Ein netter Melodienreigen, jedenfalls im Vergleich mit Wolfgang Wössners raffiniertem Arrangement von vier Klassikern von Joe Cocker, das verwirrend anders begann als von Dirigent Stefan Klemme angesagt. Nämlich mit ein paar Tutti-Takten des Striptease „You can leave your hat on“ - und schon ging das vermeintlich letzte Stück in ein paar hauchzarte „What would you do“-Flötentöne von „With a little help“ über.

Anscheinend spielten die Musiker absolute Kürzestversionen in der umgekehrten Reihenfolge. „Bei unchain my heart“ ging dann aber mit vollem Posaunenklang richtig und ausgiebiger die Post ab, der schnelle Rocker bog schließlich in die von Trompeten vorgetragene Hymne „Up where we belong“ ein.

Das war der Wendepunkt, auf den noch einmal ausführlich ausgespielte Versionen der anderen Cocker-Klassiker folgten mit jubilierenden Trompeten beim abschließenden „You can leave your hat on“. (ahi)

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