Niederländische Kunstfliegertruppe trifft sich in Korbach

„Bleiben immer etwas verrückt“

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Die Piloten des „Microlight Aero Teams“ treffen sich zum gemeinsamen Fliegen mit ihren Ultraleichtflugzeugen und dem Heli.Foto: Figge

Korbach - In aller Welt hat das „Microlight Aero Team“ einst seine Runden gedreht. Seit zehn Jahren treten die Piloten kürzer, zu Ausflügen treffen sie sich aber weiterhin. Vergangene Woche war Korbach Station.

Ihre Runden über dem Korbacher Flugplatz haben die Piloten des „Microlight Aero Teams“ absolviert - und dabei in 300 bis 500 Metern Höhe ihre Formation gehalten. Sicher untergebracht stehen ihre Ultraleichtflugzeuge im Hangar, die Niederländer sitzen beieinander und tauschen sich über vergangene Zeiten aus. Vor 25 Jahren hat sich die Gruppe gegründet und 15 Jahre lang Europa und Asien bereist.

Zeit zum Fliegen gefunden

Die Zeiten, in denen die Piloten Flugplätze in aller Welt überflogen, sind vorbei: Karriere und Familien zogen 2005 einige Mitglieder weg von der Kleinstadt Budel und ihrem Flugplatz. „Wir hatten immer weniger Zeit“, erklärt Luc Simkens, „aber jetzt hatten wir die Idee, noch mal eine Tour durch Deutschland zu machen.“

Eine Station ist Korbach. Auf dem Flugplatz gastierten sie schon 2007: „Das Wetter war schrecklich“, erinnert sich Bart Lodewijks, „aber Flugplatz, Umgebung und Leute haben uns gefallen.“ Zumindest am ersten Tag ihres Aufenthalts ist ihnen das Wetter freundlicher gesonnen.

Ihre britischen „QuikR“-Flieger erreichen Geschwindigkeiten von bis zum 160 Stundenkilometern. Aus gewissen Blickwinkeln erscheint es bei solchen Flügen, als würden die Maschinen sich fast berühren - ein perspektivischer Trick, erklärt Luc Simkens. Auch der Tankausflug im Helikopter von Mitgründer Ries Oostlander ist ein Erlebnis - der Hubschrauber kostet mehrere Millionen Euro und fliegt bis zu 210 Stundenkilometer.

Von London bis Langkawi

„Von Zeit zu Zeit machen wir noch einen Flugtag für Kinder mit Behinderung oder schwerer Krankheit“, sagt Luc Simkens. In den Maschinen können sie einen Passagier mitnehmen. Durch ihre Flugleidenschaft sind die Niederländer herumgekommen, den Ärmelkanal zu überfliegen war dabei eine der kleineren Reise: 1999 und 2001 begleiteten sie eine niederländische Handelsdelegation zur See- und Luftfahrtausstellung LIMA auf dem malayischen Archipel Langkawi. Zweimal nahmen sie am „Air Musical“ teil: Ein Höhepunkt war für sie das Fliegen über dem Wüstensand der Vereinigten Arabischen Emirate, nach der Landung vor der japanischen Rennstrecke Motegi wurden die Teilnehmer von Autogrammjägern erwartet.

Auch wenn sie heute etwas kürzertreten, hätten sie immer noch viel Spaß zusammen, erklärt Ries Oostlander: „Die Ersten von uns sind schon Großeltern. Und bleiben immer etwas verrückt.“

Von Wilhelm Figge

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